Herzlich Willkommen im MEN AND MONSTERS – BEYOND REDEMPTION, einem privaten Marvel/DC RPG, das in einem eigenen Universum spielt. Auf Erde Z-3918 ist nichts unmöglich und das ist es, was vielen Angst macht. Aber es ist auch eine Chance, für jeden, der hier geboren wurde oder gestrandet ist. Ob Avengers, Justice League, X-Men oder Bruderschaft, jeder wird gebraucht. Insbesondere jetzt, da die amerikanische Regierung den unregistrierten Superhelden, Mutanten und Vigilanten den Kampf angesagt hat.


Nobody taught us to quit Tommy Merlyn
Vor 1 Stunde
Smile, the worst is yet to... Tommy Merlyn
Vor 1 Stunde
Kings of Rock Robert Hanson
Gestern, 11:10
Falling too fast to prepar... Leo Hayes
27.09.2022, 18:19
You may be a sinner but yo... Oliver Queen
26.09.2022, 10:48
Oktober 2020
Mo Di Mi Do Fr Sa So
  1 2 3 4
5 6 7 8 9 10 11
12 13 14 15 16 17 18
19 20 21 22 23 24 25
26 27 28 29 30 31  

November 2020
Mo Di Mi Do Fr Sa So
  1
2 3 4 5 6 7 8
9 10 11 12 13 14 15
16 17 18 19 20 21 22
23 24 25 26 27 28 29
30  

Dezember 2020
Mo Di Mi Do Fr Sa So
  1 2 3 4 5 6
7 8 9 10 11 12 13
14 15 16 17 18 19 20
21 22 23 24 25 26 27
28 29 30 31  


You may be a sinner but your innocence is mine
Szenen-Informationen
Charaktere Oliver Queen » Maia Bonnet
Datum 01.11.2020
Ort Star City & New Orleans
Tageszeit ganztags
Zusammenfassung Da Maia in New Orleans noch einiges zu erledigen hat, verlassen Oliver und sie für ein paar Tage Star City. (weiteres folgt)
Alias: Eclipse Spezies: Mutant gesucht Alter: 31 Jahre Größe: 1,68 m Zugehörigkeit: Team Arrow zum Steckbrief
#16
Das hoffte die Bonnet-Witwe tatsächlich ebenso, dass sie niemanden hier dabei erwischen würden, wie er herum schnüffelte… Denn bei der Auswahl an Personenkreisen, die ihnen aktuell nicht wohl gesonnen waren, war es nicht leicht immer alle auseinander zu halten und wenn dann noch jemand Unschuldiges dazwischen geriet, der nur auf der Suche nach seiner Freundin oder ähnlichem war… das könnte für noch viel mehr Chaos sorgen, das sie gerade einfach nicht noch zusätzlich gebrauchen konnten! Zufriedener hingegen schmunzelte Maia als der Bogenschütze betonte, dass ihm ohnehin niemand glauben würde, würde er von ihrem Zugeständnis erzählen. Wie wahr! Aber mal davon ab… wer hatte schon gerne unrecht?! Außer in solchen Situationen wie der, über die sie sich gerade unterhielten?!
Ein wenig mehr “back to business” sondierte die Mutantin schließlich mit ihren Fähigkeiten die Gegend, konnte jedoch außer ihnen beiden kein weiteres, lebendes Individuum feststellen. Es fühlte sich an wie… immer, auch wenn es sie ein wenig mehr mitnahm als sonst? Vermutlich, weil sie auf ihrer “Entziehungskur” in Star City einfach gelernt hatte, wie sich ein Zuhause wirklich anfühlen konnte. Vor allem natürlich, dass man dort tatsächlich Liebe erfahren konnte, aber eben auch, dass es kein Ort sein musste, an dem auch der Tod heimisch und oftmals ihre einzige Gesellschaft war.
Olivers Frage riss sie ein wenig mehr aus dem Fokus auf ihre Umgebung und hielt ihn stattdessen wieder auf ihn gerichtet, wobei sich irritiert ihre Brauen zusammen schoben. ”Of course.” Natürlich, oder? ”I mean…” Es war kaum zu übersehen, dass sie sich diese Frage nie gestellt hatte. Weil es doch nie wirklich zur Debatte stehen konnte, es zu verkaufen? Welches klarere Zeichen sich von Adam und seiner Familie zu distanzieren würde es geben als ihr Haus in dessen Heimat zu verkaufen und nur noch ausschließlich in Star City zu leben? Was… sie ohnehin tun würde, wollte… aber sich ein neues Leben aufzubauen war das Eine. Alle Brücken zum Vorherigen einzureißen hatte hingegen noch mal eine ganz andere Außenwirkung. ”It’s not like I could sell it.” Das würde die Bonnet-Witwe wohl kaum tun… und dann das Echo seiner Familie… geschweige denn, dass es schwierig war Häuser zu verkaufen, in denen öffentlich bekannt war, dass darin jemand zu Tode gekommen war.

Damit war das Thema für sie auch vorerst abgeschlossen, wenn es sie auch mit noch etwas mehr Unmut zurückließ als Oliver sich auf den Weg ins und durch das Haus machte. Die Anspannung war kaum zu ertragen und hätte eigentlich besser werden sollen, nachdem die Luft dem Anschein nach rein war. Dennoch wollte dieses Mal trotz geschlossener Tür hinter ihnen einfach nicht die sonstige Erleichterung einsetzen, die aufkam, wenn sie die Außenwelt ausgesperrt hatten. Als wäre sie nun mit ihnen hier drin. Und sie mit ihr gefangen, egal wohin sie gehen würden.
Da sie sich also nicht wirklich für einen Raum entscheiden konnte, entschied sie sich vorab für das Wohnzimmer als Zwischenlösung bis ihr etwas anderes eingefallen war. Doch sie bemühte sich dabei, ein wenig Olivers Laune zu heben, indem sie ihn an schönere Teile seines Besuchs erinnerte und es löste sogar bei ihr kurzzeitig ein wenig bessere Grundstimmung auf. ”I bet that.” Dass er es spontan aussehen lassen konnte, wenn sie dann doch auf dem Sofa landeten.
Ein wenig verflog die Stimmung im schweigenden Gepäcktransport und sollte dann im versprochenen und dringend benötigtem Alkohol enden … als es in der Mutantin zu rebellieren begann. Es war nicht so, dass dies ein Wochenend-Urlaub war. Sie hatten diverse To-Dos auf der Liste, aber dennoch hatte sie sich auf die Zeit zu zweit mit Oliver gefreut. Auf (fast) alltägliche, gemeinsame Aktivitäten wie das Packen von Umzugskartons (vom Herumwühlen im Kram des toten Expartners abgesehen), Gänge zu Banken und Versicherungen und den Besuch eines Stadtfests und nun… scheiterten sie bereits daran, dass Adam es selbst noch im toten Zustand schaffte, ein Spielverderber zu sein!

Das konnte sie nicht so stehen lassen, weshalb sie nach Olivers Rückfrage ihren Gedanken einfach freien lauf ließ und sie aussprach. Und er… er fand das witzig? Nein, es war keines der Schmunzeln, wenn man etwas lustig fand, weshalb sie sich von seinem sanftmütigen Ausdruck nicht aufhalten ließ und fortfuhr, dass sie die Schnauze voll hatte und sie das Wochenende nicht auf diese Weise verbringen wollte. Was im Wohnzimmer mit einem trotzigen “Aus den Augen, aus dem Sinn” Umklappen eines Pärchenfotos im Regal endete. Gebannt hielt sie ihre Augen auf Olivers gerichtet als er sich ihr - das Gin-Glas geleert und abgestellt - wieder näherte. Sie wartete auf irgendeine Reaktion, während es in ihr selbst noch kochte und sie einfach fortfahren würde, wenn er es nicht tat. So fiel es ihr nicht ganz leicht ein “that’s what I just said” zu schlucken als er wiederholte, dass das ihr Haus war, doch etwas in seinem Blick und der Körperspannung ließ sie ihn weiter beobachten. Zu ihrem Glück, denn so blieb er erst stehen als er direkt vor ihr angekommen war und sie mit dem Rücken etwas gegen das Regal drängte. Hm. Erinnerungen. Weshalb sie sich das breite Grinsen nicht verkneifen konnte als er stattdessen weitersprach. ”Exactly.” Wiederholte sie nicht nur sein letztes Wort, sondern wollte ihm damit auch gänzlich zustimmen, wobei sie gar nicht weitere Worte hätte verlieren können, bevor er sich zu ihr herunter beugte und sie in einen Kuss verwickelte. Dabei schob er sich näher an sie, verstärkte dadurch den schon ohnehin leicht bestehenden Kontakt ihrer Körper (weshalb sie blind ihr Glas hinter sich im Regal platzierte) und zog ihr die Jacke in einer fließenden Bewegung von den Schultern. Alles, was in der Regel mehr dazu führte, dass er ihr Temperament anstachelte als dass es zu einer friedlichen “Da stehen wir drüber”-Aussage führen würde. Nachdem die oberste Bekleidungsschicht also auf dem Boden gelandet war und sie ihre Arme wieder nutzen konnte, fanden ihre Hände ganz von selbst den Weg tief an seine Seiten, um ihn genau dort zu halten, wo er gerade stand. Ihn vielleicht noch etwas näher zu ziehen, was für ein wenig Instabilität im Regal hinter ihnen sorgte.

Schon eher widerwillig musste sie dann kurz von ihm ablassen, auch wenn sie kurz darüber nachgedacht hatte, es durch einen kurzen Biss in seine Unterlippe zu verhindern, dass er sich zum Reden wieder entfernte. Was hatte sie früher noch immer gesagt, wenn sie nicht wollte, dass er es mit Worten ruinierte? Kein Reden mehr! Doch dieses Mal waren diese Worte eher Brennstoff für ihren Drang nach Widerstand - nicht gegen ihn, sondern gegen ihre liebreizende, angeheiratete Familie. Es entlockte ihr ein ehrliches und eeetwas schaden(vor)freudiges Lächeln weil sie bereits ahnte, was er vorhatte und doch hielt sie ihn nicht davon ab, für Scherben zu sorgen. Zwinkerte nur leicht als das Glas des Bilderrahmens auf dem harten Boden zersprang und für ein kurzes Dejavue in einem Weinkeller sorgte. Dass er gerade mit dem Feuer spielte, dürfte er selbst mittlerweile fühlen, denn Maias Emotionen bauten sich immer weiter auf und es war keine der Situationen in der sie die Auswirkungen unterdrücken konnte (ohne sich auch physisch zurückzuziehen) oder wollte. Und er schien nicht den Eindruck zu machen, als würde er sie so schnell gehen lassen wollen als er sie erneut in einen nicht gerade zaghaften Kuss verwickelte.

Vermutlich war das, wie sie nun mit alledem umgingen, die beste Möglichkeit um viele unangenehme Parts gleichzeitig aus der Welt zu schaffen. Es war… wie ein Pflaster schnell abzuziehen, bevor man sich zu viele Gedanken darüber machte, dass es ziepen würde, wenn man es langsam machte. Direkt nach ihrer Ankunft die “Anwesenheit” der Bonnets in ihrem Haus ausblenden, das Eis brechen, sodass man sich danach frei bewegen konnte, ohne sich dabei wie in einem Minenfeld zu fühlen und - positiver Nebeneffekt: Sie brauchte ihre Fähigkeiten gerade nicht mehr und wäre durchaus dazu geneigt, die Kälte dieses Hauses vorübergehend nicht fühlen zu müssen. Weshalb sie sich nur zu gerne in dem Kuss verlor, um alles andere eine Weile auszublenden. Zumindest bis er sich erneut von ihr löste. Was hatte er jetzt wieder vor? Ihre hochgewanderten Hände hielten ihn dabei am Kragen nicht zu weit weg von ihr entfernt, sodass sie den Kopf kurz gänzlich von ihm weg zur Seite drehen musste, um zu sehen worauf sein Blick lag… und was er dort bezweckte. Als sie seine Finger an der schief stehenden und nur noch von ihm gehaltenen Vase entdeckte, gingen ihre Augen jedoch schnell wieder in seine Richtung. Zugegeben ein wenig erschrocken geweitet. ”She’s going to kill me.” Nicht, dass es Emilia vermutlich auch jetzt schon lieber wäre, wenn sie die ungeliebte Schwiegertochter aus dem Weg räumen konnte, … aber weil sie auf ihre Weise eben doch nicht mit einer Assassine oder einem Voodoo-Clan gleichzusetzen war, verzogen sich Maias Mundwinkel dabei zügig zu einem breiten, vielsagenden Grinsen.

Statt aber einfach zuzusehen, wie er die Vase fallen ließ, war nun sie es, die einen Schritt nach vorn machte, ihn damit in eine Rückwärtsbewegung brachte und dadurch dafür sorgte, dass er die Vase nicht länger stabilisieren konnte. Sie fiel zu Boden und zerbrach ähnlich wie der Bilderrahmen, während die Mutantin Oliver rücklings gegen die Rückseite des Sofas brachte und nun ihn aus seiner Jacke befreite, um sie dahinter irgendwo auf die Polster fallen zu lassen. Mit einer Hand brachte sie seinen Körper wieder näher an ihren, während die andere seitlich an seinen Hals wanderte. Dabei lehnte sie sich ihm entgegen als wolle sie seine Lippen erneut erreichen, wich dann aber doch ein wenig seitlich über die Wangen aus, um sich mit ein paar wenigen Küssen erst in die Richtung seines Ohrs und anschließend zu seinem Hals vorzuarbeiten. ”You know how we like to say that we don’t need a bed…” fuhr sie zwischen den teasenden Berührungen immer wieder fort. ”but suddenly I really feel like inaugurating a very specific one.” Wobei sie sich allein bei der Aussprache kurz fragte, ob ihm bewusst war, dass körperliche Zuneigung dieser Art in dem Haus bis zu seinem letzten Besuch absolut tabu gewesen war? Natürlich war ihm klar, dass sie nicht auf das Vergnügen verzichtet hatte - wie sie es die Öffentlichkeit hat glauben lassen - aber um diese Lüge aufrecht zu erhalten, war es unabdingbar, dass nichts davon in ihren eigenen vier Wänden hatte stattfinden dürfen. Davon abgesehen, dass sie bei gelegentlichen Bekanntschaften darauf geachtet hatte, dass es Personen waren, die mit Maia Bonnet nichts anzufangen wussten, weshalb eine Villa dieser Art nur zu unangenehmen Fragen geführt hätten. Und während sie die Wohnräume, die auch andere zu Gesicht bekamen, mit Erinnerungen an Adam bestückt gelassen hatte, so war das gemeinsame Ehebett ziemlich schnell aus dem Haus geflogen. Das, was also nun im Master Bedroom stand, war demnach tatsächlich jungfräulich… was sich gerade zum ersten Mal wirklich falsch anfühlte, wenn sie bedachte, dass sie dabei war umzuziehen und eine Chance zu verpassen!
Während sie ihm also das Hemd aus der Hose zog, ließ sie mit ihren Lippen von der empfindlichen Haut ab und suchte wieder intensiver seinen Blickkontakt. ”Provided that we manage to get upstairs in time.” Auf der einen Seite hatten natürlich nur sie das in der Hand, was es ziemlich leicht machen sollte, andererseits war es auch ein Nachteil von so großen Häusern… die Wege konnten so verflucht lang sein! Und vielleicht wollte sie ihm damit auch ein wenig die Möglichkeit geben, sich gegen ihre Intention zu entscheiden, ohne es aussprechen zu müssen. Auch wenn sie aktuell weniger den Eindruck hatte, dass ein mangelndes Ego oder Selbstwertgefühl dafür sorgen würden, dass er kneifen wollte. Und würden sie das tun, wäre die Zimmerfrage vermutlich auch für das restliche Wochenende geklärt!
Zitat hinzufügen Zu PDF Zitieren
Alias: Green Arrow Spezies: Mensch gesucht Alter: 32 Jahre Größe: 1,85m Zugehörigkeit: Team Arrow zum Steckbrief
#17
Oliver war ein bisschen ‚done with‘ Dingen, die man – angeblich – nicht konnte. (Von denen es im Moment einfach zu viele gab) Vor allem, wenn es sich dabei um Einfluss von außen handelte, der einen nicht so agieren ließ, wie man es gerne würde. Warum sollte Maia das Haus nicht verkaufen können? Durfte man nach sieben Jahren Witwendasein nicht irgendwann ein neues Leben anfangen? Mit einem Alten endgültig abschließen? Wäre das alles einfacher, wenn sie nichts zu verbergen hätte? Oder wenn sie zumindest weniger im Mittelpunkt öffentlichen Interesses stehen würde(n)? Aber er sagte nichts, unterdrückte den leisen Protest und checkte stattdessen lieber erstmal alleine die Villa. Was vielleicht auch ein bisschen daran lag, dass er Maia nicht weiter pushen wollte. Nicht, was die Bonnets betraf, sondern… nun, sie hatte bei dem Zweitwohnsitz schon leichte Bedenken gehabt, bevor sie sich komplett dafür entschieden hatte. Da musste er nicht gleich darauf beharren, dass sie ihr 'erstes' Standbein, ihren Rückzugsort - so wenig heimelig der sich gerade auch anfühlen mochte – direkt aufgab.

Eine gewisse Anspannung blieb trotzdem, auch nachdem sie sich im Haus befanden und augenscheinlich, zumindest für den Moment, alleine waren, bestehen. Über ihre normale Wachsamkeit hinaus...
Glücklicherweise mochten sie das beide nicht gerade und waren dann eben doch eher dazu verlangt im Zweifelsfall nach vorne zu gehen, anstatt einen Rückzieher zu machen.
Oliver hatte sich dann auch im wahrsten Sinne des Wortes nach vorne bewegt, um wieder Körperkontakt zu Maia herzustellen. Wo es selten bei ‚nur ein bisschen‘ blieb. Der Queen beobachtete die Mimik der Mutantin, weil er nicht zu weit gehen wollte, sollte sie doch anders denken als er, aber… gewissermaßen hatte sie ja sogar angefangen. Er setzte nur mit dem Zerstören des Bildes nochmal eins drauf.
Dabei peitschten ihm zwar eine ganze Menge Emotionen entgegen – seine eigenen; und doch wusste er, dass sie zum Teil das Ergebnis von Maias waren -, aber in diesem Moment legte er das nicht negativ aus. Weil Maias Aufregung – Wut, aber vielleicht auch etwas diebisches Vergnügen – nicht ihm galt. Und weil er gerade das altvertraute Gefühlsgemisch von Schuld, Zorn und Verlust beinahe willkommen hieß. Das waren die wirklich schlimmen Dinge. Die, die ihn beschäftigten durften. Nicht was man im (ehemaligen) Haus eines verstorbenen Idioten tat, nicht was die Bonnets für Probleme mit ihnen hatten… Oliver nutzte also das, was er sonst lieber zu unterdrücken versuchte, um damit jede Zurückhaltung in anderen Belangen zu verdrängen.

Damit Maia sich gar nicht die Frage stellte, ob sie sich zurückhalten oder Distanz suchen sollte, nahm er nur erneut ihre Lippen ein, eine Hand an ihr, eine an ihr vorbei am Regal, sodass sie sowieso nicht wegkäme, ohne sich mit etwas mehr Nachdruck freizuarbeiten.
Als seine Finger die Vase fanden, wirkte die Rothaarige dann doch kurz… erschrocken. Too much? Und wenn man echte Bedrohungen gewohnt war, ließ es sich über ‚sie wird mich umbringen‘ auch nicht so leicht scherzen… Trotzdem lag da etwas in Maias Betonung, was ihn nicht sofort das Gesicht verziehen ließ.
Stattdessen gab der Vigilante nur zu gerne ihrem ‚Druck‘ nach und machte ein paar Schritte rückwärts. Die Vase zerbarst mit dem lauten Scheppern teuren Porzellans und Echtgoldverzierungen.
Oliver bugsierte sie beide rückwärts an den Scherben vorbei, ohne dabei auf den Boden blicken zu müssen, bis er die Rückenlehne des Sofas hinter sich spürte.
Dort verlor dann auch er seine Jacke und schob die eigenen Hände unter Maias Oberteil, um spielerisch-neckisch schon mal den Verschluss ihres BHs darunter zu lösen.
Seine Mundwinkel hoben sich leicht an, als sie von einem bestimmten Bett sprach. „Exeptions prove the rule…“, murmelte er zurück. Sie brauchten kein Bett, aber das bedeutete nicht, dass sie nicht doch mal eins nutzen konnten und gerade tickten sie wohl mal wieder ohne sich verbal zu deutlich verständigen zu müssen genau gleich. Sie wollten aus diesem seltsamen Gefühl raus. Sie wollten die Herren der Lage – und des Hauses – sein. Und sie wollten sich von nichts und niemandem (dahingehend) etwas sagen lassen.

Oliver spürte Maias Hände an seinem Unterbauch, als sie das Hemd aus der Hose zog. „Can’t decide if we better hurry upstairs… or enjoy every single step“, schmunzelte er leicht. Weil beides nun mal seinen Reiz hatte. Aber wann entjungferte man schon mal ein Bett... Das sollten sie sich nicht entgehen lassen.
Zunächst gewann er also wieder die ‚aktive‘ Position, indem er sich von der Couch – die eigentlich auch schon recht einladend gewesen wäre – wegdrückte und Maia durch die Schiebetür und das Gepäck manövrierte.
Kurz bevor sie das Treppenhaus erreicht hatten, zog er die Mutantin dann mal wieder auf seine Hüften und ließ sie auf der zweiten Stufe kurz an die Wand gedreht andocken. Vielleicht, weil da nochmal ein Bild hing, das am Boden doch viel besser aussah… Oder auch, weil er dort zumindest schon mal ihr Oberteil ausziehen und ein paar Stufen weiter oben wieder nach unten segeln lassen wollte… (Und auch tat...)

Die Lippen für einen Moment in ihrem Dekolletee, kam es ihnen entgegen, dass er für Trittsicherheit nicht unbedingt den Boden genauer im Blick behalten musste… Es lag also mit Sicherheit auch nicht daran, dass Maia ihm zu schwer wäre oder er die Umgebung zu sehr ausblenden würde, dass er sich oben angekommen vielleicht kurz zu fest mit einer Hand an dieser ach so wackelig (nicht) dastehenden Büste festhielt. Auch wenn er es definitiv auf Maias Fingernägel auf seinem Rücken oder Zähnen an seinem Hals schieben könnte…
Wie um ein wenig zurück zu bestrafen, setzte er sie dann kurz auf dem Schreibtisch (Schminktisch? Whatever; hatte er keinen Blick für) ab, wo alles, was ihr im Weg war, Maias Aufgabe war ‚wegzuräumen‘, während er seine Hüfte minimal von ihren Beinen entfernte, um auch noch ihre Hose loszuwerden. Eine Hand triezend-forschend zwischen ihren Schenkeln lassend, beugte er sich wieder nach vorn.

Nur um festzustellen, dass er so kurz vorm Ziel… verflucht kurz davor war das doch nicht mehr zu erreichen. Also zog er Maia dann recht ruckartig-leidenschaftlich wieder auf sich und drückte mit der Schulter die Tür zum Schlafzimmer auf. Sie trieben sich ja auch sonst gerne mal gegenseitig in den Wahnsinn, aber normalerweise war es mit Kontrolle selten so lange hin, weshalb der Punkt, an dem sie kurzzeitig von allem an Schmerz überrollt wurden und geradezu blind waren, kam, bevor sie sie es überhaupt geschafft hatten miteinander zu verschmelzen.
Die Streifenvorhänge am Bett nahm Oliver dementsprechend kurzzeitig gar nicht wahr. Erst, als sie sich halb darin verhedderten, als er Maia auf die Laken fallen ließ, ihr direkt folgend... Und dann waren da nur noch gute Gefühle übrig und er konnte nicht anders, als kurz leise aufzulachen, während sie die Positionen tauschten, damit auch er seine Kleidung loswurde und sie ihr übliches Spiel beginnen konnten, wer wann wie viel Kontrolle besaß oder sich fallen ließ.

Sie erreichten definitiv das, wonach es sie wohl irgendwie gelechzt hatte. Für den Moment hatte es nur noch sie beide gegeben. Keine Geister der Vergangenheit. Keine Argusaugen der Gegenwart. Sie hatten nicht nur das Bett zu ihrem gemacht, sondern wohl irgendwie auch ein bisschen über das Haus an sich triumphiert.
Erst nach einer Weile wohligen, eng umschlungenen Schweigens und der geliebten Stille – vor allem auch der Inneren – lauschend, lösten sie sich (unwillig) wieder voneinander. Oliver blieb noch kurz auf der Bettkante sitzen und warf Maia dann sein Hemd zu. Zum einen, da ihr Oberteil noch immer irgendwo am Fußende der Treppe lag, zum anderen… Klar, sie waren bei ihr Zuhause und sie hätte verflucht viel Klamottenauswahl, aber vielleicht… war auch das nochmal so ein kleines bisschen, was er unterbewusst gerade wollte, um mit eigenen Augen befriedigend sehen zu können, zu wem Maia mittlerweile (unwiderruflich) gehörte.
Er selbst schlüpfte dann zumindest schon mal in Boxershorts und Hose; und besah sich ein wenig das Chaos in der oberen Etage. Sie hatten ihre Umgebung ja noch nie mit Samthandschuhen angefasst, wenn sie… abgelenkt gewesen waren, aber dieses Mal hatten sie womöglich doch irgendwie mit Absicht so einiges ‚erwischt‘.
Die Rothaarige war für einen Moment ins Bad verschwunden und… Oliver spielte ein wenig mit dem Gedanken ihr dorthin zu folgen, war dann aber doch - selbst wenn er es kaum zugeben würde – für den Moment bedient. Auf positive Art und Weise.

Innerlich deutlich ruhiger als vorhin schlenderte er in den Vorraum. Sein Blick blieb an der zum Großteil zerstörten Büste hängen, die – okay, vielleicht doch ein wenig makaber – über die Treppenstufen verteilt zersprungen war. Was seine Aufmerksamkeit jedoch nochmal mehr einfing, war ein Zettel. Hatte die Büste einen versteckten Hohlraum gehabt?
Der Queen klaubte das Papier auf, sprach Maia jedoch nicht sofort darauf an, weil… sein Blick womöglich doch wieder zu sehr an den Locken hängen blieb, als sie das Bad wieder verließ. Sie mit einer Hand auf ihrem Rücken zu sich ziehend, neigte er den Kopf nochmal leicht, um ihre Lippen zu streifen. Nun wieder deutlich sanfter. Was vielleicht auch daran lag, dass ihrer beider Lippen gerade etwas mitgenommen-sensibel waren. „It’s a nice bed“, murmelte er mit einem leichten Lächeln. Nicht dass er dem tatsächlich großartig Aufmerksamkeit gezollt hätte. Die war doch eher... wo anders gewesen. „We should use it more often.“ Was so viel hieß wie dass während sie hier waren die Bettfrage jetzt wohl geklärt war. Zumindest was das Schlafen betraf…
Oliver richtete sich wieder etwas auf. „Do you know what that is?“ Nun hob er doch den Zettel leicht an. „A code for a safe or… the number a bank account?“ Jedenfalls eine ziemlich lange Zahl, die recht… willkürlich wirkte. Und eben oldschool aufgeschrieben versteckt gelegen hatte… Wobei das nicht Maias Handschrift war. Also vielleicht noch von Adam? Zufrieden stellte Oliver fest, dass über den Bonnet zu reden zwar nie sein Lieblingsthema werden würde, aber… er ihn gerade wieder leichter wie ein Problem von außen abtun konnte und nicht wie etwas, was sich an diesem Ort irgendwie zwischen sie drängen wollte.
Zitat hinzufügen Zu PDF Zitieren
Alias: Eclipse Spezies: Mutant gesucht Alter: 31 Jahre Größe: 1,68 m Zugehörigkeit: Team Arrow zum Steckbrief
#18
Auch wenn sie es erwartet hatte, sorgte das zweite Klirren für ein weiteres Anheizen und Verschnellern ihres Pulses. Er war also mit an Bord, sich die imaginäre Oberhand über das Gefüge des Hauses zurückzuholen. Der Warnungen der alteingesessenen Familie und den Richtlinien für sittlichen Anstand zum Trotz. Wobei letztere in diesem Fall - wenn man alle Aspekte berücksichtigte - nur schwierig festzulegen waren. Gierig zog sie an dem Stoff, um das Hemd aus der Hose zu ziehen und lachte bei seinen folgenden Worten und ihrem (erschreckend) schnell geöffnetem BH leicht auf, die Augen auf seine Lippen gesenkt, die sie nur zu gerne wieder einnehmen wollte. ”It just doesn’t get any easier.” sich zu entscheiden, ob man sich die Zeit nehmen oder einfach der Ungeduld nachgeben wollte. Wer hätte gedacht, dass es (gefühlt?) nur schlimmer wurde, je länger sie zusammen waren? Zumindest dem Drang nach einem erneuten Kuss verfiel sie ohne weitere Gegenwehr und ließ sich dabei schließlich von Oliver ziemlich blind durch das Wohnzimmer, zurück in den Flur und dann sogar bis auf die Treppe manövrieren. Hier kam es ihnen beiden zum Vorteil, dass er nicht immer alle Sinne brauchte, um sich irgendwo zurecht zu finden und sie sich hier einfach blind auskannte.
Dabei musste ihre - immerhin menschenleere - Umgebung dieses Mal noch mehr leiden als es sonst schon mal gelegentlich aufgrund von anderen Prioritäten und Desinteresse vorkam. Immer wieder ließen sie kurz die Hand vom jeweils anderen ab, um sie nach etwas anderem auszustrecken, es von seinem Platz zu stoßen oder umzuwerfen. Im Flur stieß die Rothaarige im blinden Vorbeigehen noch einen Bilderrahmen vom Kaffeetisch, bevor der Bogenschütze sie auf seine Hüften zog und begann mit ihr die Treppe hinauf zu spazieren. ”Nice arms and nice legs.” murmelte sie halb lachend zwischen etwas schwergängigen Atemzügen in sein Ohr, nachdem er die Lippen von ihrem mittlerweile nackten Schlüsselbein genommen hatte und ergänzte dadurch ihr erstes Kommentar, das sie ihm je gemacht hatte. Nur um ihm direkt danach kurz ins Ohrläppchen zu zwicken und die Fingernägel etwas fester als nötig gewesen wäre, um sich festzuhalten, über seine Schulterpartie zu ziehen. Immer wieder krachte etwas neben ihnen, sodass die Witwe schon längst aufgehört hatte jedem Gegenstand hinterher zu blicken und zu prüfen, was es dieses Mal war, sodass sie die schwerfällige Büste nicht mal eines Blickes gewürdigt hatte.

Als es für sie jedoch plötzlich ein wenig tiefer ging - ach, hier waren sie schon? - fegte sie mit einem Arm alles vom Tisch, was unangenehm hätte werden können und nutzte die anschließende Freiheit ihrer Arme (sich nicht mehr an ihm festhalten zu müssen), um mit einem geübten Handgriff den Verschluss des Gürtels zu lösen und ihn in einem Rutsch aus den Schlaufen zu ziehen. Sie wollte gerade seine Hose öffnen, doch er erreichte ihre zuerst, weshalb sie ihn ein wenig spielerisch anfunkelte, ihm aber den Vortritt gewärte, was sich nur wenig später auch bezahlt machte und ihn mit einem bestätigenden tiefen Seufzen entlohnte als er seine Hand zwischen ihren Schenkeln höher schob.
Hätte sie nicht gewusst, dass das Bett - wo sie eigentlich hinwollten - nur noch wenige Schritte entfernt war, wäre sie vermutlich fast genervt gewesen als er sie doch noch mal mit einem Ortswechsel vertröstete. Nur um sicherzugehen, dass ihnen nichts mehr dazwischen kommen oder ihm noch etwas anderes einfallen würde, ging die Hausherrin auch im Bett schnell in die bestimmende Position über und sorgte dafür, dass für ausgleichende Voraussetzungen gesorgt wurde und auch ihm nichts mehr an Kleidung übrig blieb.

Von da an verflog die reine Ungeduld ein wenig, nicht hingegen die Leidenschaft füreinander, was sogar etwas früher als sonst für eine Erleichterung der Auswirkungen durch Maias Mutation sorgte, weil die reine Konzentration auf Oliver und das genüsslich intensive Ausleben dieser schon dafür sorgte, dass sie glücklich genug war, um den Rest vollkommen zu verdrängen. Die Verbindung zu verlieren. Zum Tod. Zur Kälte. Zu all denen, die sie an die schlimmsten Zeiten ihres Lebens erinnerten.
Das Ergebnis war deshalb nicht im Geringsten weniger zufriedenstellend, stattdessen war sie so schwer verliebt, dass sie jede seiner Berührungen weiter antrieb, weil sie nur mehr davon wollte… nicht genug kriegen konnte, bis daraus ein zärtliches Streifen über seine Brust wurde als sie anschließend stillschweigend, Arm in Arm einen Moment selige Ruhe gefunden hatten. Diese Augenblicke waren so kostbar, dass sie sie mittlerweile vielleicht genauso genoss wie ein ausgiebiges Vorspiel, nur eben auf eine ganz andere Art und Weise. Als Oliver wieder in erste Bewegungen kam, öffnete auch die Mutantin die Augen wieder und drückte ihm noch mal die Lippen auf die so verführerisch präsentierte Brust. ”We really need to work on our ‘business before pleasure’-mindset,” schürzte sie amüsiert leicht die Lippen als sie sich aufsetzte und dann über ihre blanke Schulter blicken musste, um erneut zu ihm herüber zu sehen. ”so we can just stay in bed afterwards for… one night.” Während sie den Teil mit der Einstellung zu Arbeit und Vergnügen natürlich nicht ganz so ernst meinte, gefiel ihr die letzte Vorstellung schon. Trotzdem musste sie selbst ein wenig Schmunzeln. ”Or at least one ‘rest of the night’,” weil sie oftmals eben keine ganze Nacht im Bett waren, ”and not a ‘rest of the coffeebreak’ or ‘rest of the elevator ride’.” Zum Ende hin wurde ihr Grinsen unheimlich vielsagend, sie tendierten schon sehr deutlich zu spontanen Ausdrücken ihrer Anziehungskraft!

Das ihr herüber geworfene Hemd fing sie auf und zog es sich wie selbstverständlich über die Schultern, ohne großartig darüber nachzudenken, dass sie auch etwas anderes hätte anziehen können. Es fühlte sich mittlerweile einfach nie falsch an, etwas von ihm zu nehmen, besonders nicht, wenn er es ihr ohnehin schon derart anbot. Danach machte sie an ihrer Kommode kurz halt, wo sie im vorbeilaufen noch mit einer Hand über seine Schulter strich und begab sich dann für einen kurzen Zwischenstopp ins Badezimmer. Ein wenig aufgefrischt und mit einer Shorts, die sie sonst wohl mal zum Schlafen getragen hätte - demnach den entspannten Look mit seinem Hemd vervollständigte - kam sie wieder heraus, nur um festzustellen, dass er sich nicht mehr im Schlafzimmer befand.
Auf dem Flur davor, am oberen Ende der Treppe wurde sie dann schnell fündig. Wow, die Spur der Verwüstung hatte sie sich vielleicht doch ein bisschen dezenter vorgestellt! Er wirkte erst etwas konzentriert, weshalb sie ihn direkt fragen wollte, was ihm durch den Kopf ging, wurde dann aber doch von einer herzlichen Begrüßung, die sie nur zu gern erwiderte, kurzzeitig abgelenkt. ”Hmmm, now it is.” stimmte sie mehr als zufrieden ein, dass das Bett toll war. Sie hatte es zumindest in den letzten Jahren nie so sehr genossen wie eben. ”Absolutely.” fügte sie außerdem noch hinzu, dass sie es wirklich öfter nutzen sollten. Ob nun so oder auf andere Weise aber… zumindest schien nun festzustehen, dass sie und damit definitiv auch er die Nächte hier in ihrem Schlafzimmer verbringen würden. Niemand im Gästezimmer und erst recht niemand auf der Couch - wenn sie nicht gerade auf der Couch sein wollten! Einen Kuss stahl sie sich noch von seinen Lippen, ehe sie ihren Blick auf den Zettel senkte, den er dann hoch hielt. Ob sie wusste was das war? Der Ausdruck in ihrem Gesicht verriet wohl, dass dem nicht so war. Aber sie erkannte die Handschrift. ”No, I haven’t seen or heard about that combination of numbers before…” Was absolut nichts bedeuten musste, wobei dennoch die Frage aufkam: ”Where did you find it?” Hm. Okay. Ein penibles Versteck, ein handschriftlicher Zettel und Adams Handschrift. Das… schien dann doch nicht mehr ganz so unverfänglich wie zu Anfang angenommen?! Ein wenig mürrisch wanderten Maias Mundwinkel tiefer. Nicht, weil sie sich wirklich die Stimmung versauen ließ oder es Oliver nachtrug, dass er jetzt eine solche Frage stellte… immerhin waren sie ja unter anderem für so etwas hier, nicht wahr? Es brachte sie nur an einen Punkt, den sie kurzzeitig hatte ausblenden können. ”Wait a second,” Griff sie kurz nach seiner Hand in ihrem Rücken, um sie herabzusenken und kurz zu halten. Sie musste etwas holen. Dazu machte sie einen kurzen Umweg in ihr Arbeitszimmer, der hölzerne Boden davor war wenigstens nicht mit Scherben bedeckt, sodass sie problemlos barfuß dorthin gehen konnte. Aus einer Schublade ihres Schreibtisches holte sie einen Schlüssel, mit dem in der Hand kehrte sie anschließend wieder zu Oliver zurück und deutete ihm mit einem Nicken, dass er ihr auf die andere Seite folgen solle - den Boden dabei stets im Blick. Zwei Räume dort kannte er bereits. Das Lesezimmer, wo sie niedergerungen worden war und das kleinere Gästezimmer, wohin sie das letzte Mal ausgewichen waren als der Master Bedroom noch nicht zur Debatte gestanden hatte. Am Ende dieser Flurseite war jedoch noch ein Zimmer, eines… das sie lange Zeit nicht mehr betreten hatte.

Die Lippen kurz ein wenig aufeinander gepresst, steckte sie den Schlüssel ins Schloss und wandte sich noch mal zu Oliver über ihre Schulter. ”This is Adams study,” wobei sie die Gegenwart verwendete, weil sie das Arbeitszimmer nie verändert hatte. Es war sein Arbeitszimmer, so wie er es zurückgelassen hatte - vielleicht… ein wenig staubiger. ”I locked it once after some people came and got everything they needed for their current cases. And never opened it again.” Es war kaum zu verhindern, dass sie die Arme vor der Brust verschränkte als sie sich zu Oliver herum drehte, er würde vermutlich schnell erkennen, dass niemand diesen Raum in den letzten sieben Jahren betreten hatte. Während die Erinnerungsstücke, die sie eben leidenschaftlich zerstört hatten, willentlich platziert worden waren, war dieser Raum geradezu unberührt. Echt. Nach dem Eintreten kam man auf eine kleine Sitzgruppe zu, an der der Bonnet gelegentlich mit Klienten oder Kollegen gesessen und Fälle besprochen hatte. Die Wände zierten seine Studiennachweise, Titel und Auszeichnungen. Ein wenig weiter in den Raum hinein, befanden sich auf der linken Seite einige Aktenschränke, offen und größtenteils geplündert. Rechts war ein größerer Platz an dem neben einem Bücherregal auch sein Schreibtisch befand. Es war definitiv gut, dass sie jetzt hier standen, denn Maia konnte ihn dort in ihrem Kopf nur zu genau sitzen sehen. Was sofort ins Auge fiel war die Tür, die sich noch hinter dem Schreibtisch befand.

”There’s another, very tiny room. I saw him once… storing some boxes or something inside of there. But I wasn’t allowed to go in.” Was schon wieder sehr unterwürfig klang, wenn sie es so ausgesprochen hörte und sie selbst unzufrieden die Lippen aufeinander pressen ließ. Dabei war es hier ja um Verschwiegenheit gegangen, die mit seiner Arbeit zu tun und die sie stets respektiert hatte. Weshalb sie den Blick noch mal von der Tür nahm und zu Oliver herüber sah. ”You know me, I’m good at respecting someone’s secrets as long as they’re respecting mine.” So wie es zwischen ihnen begonnen hatte, hatte Adam ihr irgendwann auf ihre Bitte hin keine Fragen mehr nach ihrer Vergangenheit gestellt also hatte sie ihm auch das gelassen, worüber er nicht reden konnte oder wollte. Wie sie mittlerweile zu gut wusste, war das nicht immer - nie? - die klügste Vorgehensweise. Was sie eigentlich damit sagen wollte: ”So I don’t know where the key is and never tried to open it any other way.” Was beinahe ein wenig ablehnend klang und doch streckte sie einen Arm, eine Einladung andeutend, tiefer in den Raum hinein. Er durfte sich gerne umsehen, ob er im Büro etwas fand, wozu seine ominöse Nummer passte - oder auch versuchen das kleine Kämmerchen zu öffnen. Was auch immer sie auf der anderen Seite erwarten mochte.
Zitat hinzufügen Zu PDF Zitieren
Alias: Green Arrow Spezies: Mensch gesucht Alter: 32 Jahre Größe: 1,85m Zugehörigkeit: Team Arrow zum Steckbrief
#19
„I don’t feel that need at all“, schmunzelte Oliver. Was mit Sicherheit auch einfach der Situation entsprang, da er normalerweise schon eher so tickte, dass man sich zuerst um ‚Business‘ kümmern sollte. Aber zum einen war das hier einfach mal wieder nicht direkt Arrow Business, zum anderen… bezweifelte er fast ein wenig, dass sie diese Reihenfolge immer erfolgreich durchsetzen könnten, selbst wenn sie es versuchten. Außerdem könnte man behaupten, dass sie das hier gebraucht hatten. Um danach weniger angespannt ‚back to business‘ zu kommen…
Maias Argumente wiederum klangen schon auch recht valide. Der Queen drehte sich einfach nochmal um, um seine Arme um die Rothaarige zu legen und mit ihr nochmal in die Laken zurück zu fallen. „That sounded a whole lot like an invitation“, scherzte er, sich für einen Augenblick erneut über sie schiebend. Also wenn sie im Bett bleiben wollte und das länger als für eine Kaffeepause oder Aufzugfahrt, hatte er da ja gerade auch nicht unbedingt etwas gegen einzuwenden…

Aber leider hatten sie eben doch noch einiges vor. Und wenn dem so war, waren sie beide nicht sonderlich gut darin faul im Bett liegen zu bleiben. (Auch wenn ja niemand sagte, dass sie später nicht nochmal nicht faul dorthin zurückfinden konnten…)
Ein Gedanke, der ihm spätestens dann instinktiv wieder kam, als Maia in seinem Hemd und Shorts erneut vor ihm stand. Für den Moment wurde es dann aber doch nicht mehr als ein weiterer Kuss.
Der Queen deutete auf die zerstörte Büste. „Someone lost his head... ehr, mind“, konnte er es sich nicht so ganz verkneifen, um den zettel als Produkt des Kopfes zu umschreiben. Tja, nicht nur die Statue, auch er hatte den Kopf für eine angenehme Weile ausgeschaltet gehabt…
Ein wenig unwillig ließ er die Rothaarige los, wartete kurz und folgte ihr dann. Das Lesezimmer rief nicht gerade die besten Erinnerungen in ihm wach, half aber ein wenig, dass er sich wieder besser darauf konzentrierte, warum sie hier waren. Sollten sie ihr Gepäck doch besser hochbringen? An Waffen hatte er auch mal wieder nicht gedacht, als er stattdessen lieber Maia die Treppe hochgetragen hatte…

Sie blieben vor einem abgeschlossenen Zimmer stehen, das er dementsprechend vorhin auch nicht, bis auf Lauschen, hatte überprüfen können. Adams Büro also. „Maybe I should get the Gin?“ Das war nur zur Hälfte scherzhaft gemeint. Mussten sie ausgerechnet da anfangen? Dann wiederum, solange sein Körper noch immer ein wenig dem zufriedenen Nachhall lauschte und Maia leicht bekleidet in seinem Hemd bei ihm war, war das womöglich sogar gerade der beste Augenblick…
Der Vigilante berührte kurz einen ihrer verschränkten Arme und schob sich dann an der Rothaarigen vorbei ins Büro. Es roch ein bisschen muffig. Staubig. Olivers Blick blieb an den Urkunden, Abschlüsse und Auszeichnungen an den Wänden hängen. „What a show-off.“ (Er selbst gab natürlich nie an!) Aber das alles zeigte ihm eben doch wieder ein bisschen, was er selbst in seinem Leben nie ‚erreicht‘ hatte. Nicht mal irgendein abgeschlossenes Studium… Ob Adam sich wohl mit Shakespeare ausgekannt hatte?

Tja, er war aber nun mal tot, sein Büro zur Hälfte leergeräumt und sein Platz in der Kanzlei schon längst ersetzt worden. Immer wieder faszinierend, wie wenig ein einzelnes Menschenleben doch zählte. Selbst wenn es für ein paar Individuen so verflucht viel beeinflusst hatte…
Oliver legte den Kopf leicht schief. Dass es Maia nicht erlaubt gewesen war den Raum hinter dem Büro zu betreten, ließ es nur schon wieder leicht in ihm Grollen. Was die Mutantin womöglich wahrgenommen hatte, weil sie dann noch etwas nachschob. „Respecting secrets and getting shut out are two very different things.“ Wobei er da eigentlich gar kein Recht hatte zu nörgeln. Was Maia betraf hatten sie zwar gewissermaßen anfangs die unausgesprochene Regel gehabt nicht nachzubohren, die jetzt glücklicherweise nicht mehr existierte, aber… es gab so einige Menschen in seinem Leben, sogar welche, die ihm nahestanden, die er gewissermaßen ausschloss. Nicht erlaubte, dass sie mehr erfuhren...

Um lieber nicht weiter über solche unschönen Parallelen nachzudenken, sah Oliver sich genauer im Büro um. „Well I don’t think we’ll find any incriminating evidence in the main study.“ Nicht, wenn man noch ein Extra-Kämmerchen besaß. Und ob sie überhaupt irgendetwas Belastendes bzw. für sie Interessantes über Adam oder die Bonnets hier finden würden, stand sowieso in den Sternen. „Did his parents open that door after his passing?“ Weil sie dann vermutlich sowieso alles hatten verschwinden lassen, was womöglich nicht in die Hände der Witwe gehörte…

Nichtsdestotrotz besah Oliver sich die Hintertür etwas genauer. Das Schloss würde sich nicht so leicht knacken lassen. Er drehte sich wieder zu Maia um. „I’m just gonna get some tools.“ Dabei ließ er es sich jedoch nicht nehmen, nochmal mit einer Hand unter ihr sein Hemd zu streichen; vielleicht auch ein bisschen höher, nur um festzustellen, ob sie schon wieder einen BH gefunden hatte oder nicht…
Der Weg nach unten zeigte, was sie angerichtet hatten. Ups? Sorry not sorry. Im Wohnbereich gab er einem stehenden Bilderrahmen nochmal einen kleinen Schubs, sodass das Familienportrait der Bonnets [s]angepisst[/i] mit Fake-Lächeln auf die Scherben blickte.

Mit dem entsprechenden Werkzeug – er hatte vorsichtshalber so einiges an ‚Einbrecher‘-Helfern mitgenommen -, war die Tür dann schnell ausgehebelt. „At least we don’t have to worry about anything more than cobwebs.“ Würde er eine Tür der Liga öffnen, würde er dahinter eine Menge Fallen vermuten… Hier dagegen zeigte sich nur ein weiterer kleiner Raum. Die Luft war, ganz ohne Fenster, wirklich schlecht.
Oliver schob sich als Erstes in die Kammer, winkte dann aber nach Maia. „Here we go.“ Neben einem Regal gab es tatsächlich so etwas wie einen Safe. Der Queen bedachte ihn mit einem eigehenden Blick. „Mh, it seems like it’s been connected to the NOPD. Can‘t say for sure if they cut the line after his death…“ Sie konnten es nicht unbedingt gebrauchen plötzlich die Polizei vor der Tür stehen zu haben, nur weil sie einen falschen Code eingegeben hatten. „Do you think he used the number exactly like he wrote it down?“ Oder vielleicht andersrum? Oder die Bonnets hatten irgendein anderes System, um selbst Passwörter nochmal zu verschlüsseln. Z.B. nur jede zweite Nummer oder so? Hätten sie Maia das beigebracht? „Anyhow, that‘s quite paranoid for a lawyer who doesn’t have anything to hide…“ Und das von ihm, den man auch gut und gerne manchmal als paranoid bezeichnen könnte. Wobei Adam auch immer noch nur die schmutzigen Geheimnisse seiner Klienten im Safe hätte aufbewahren können…
Zitat hinzufügen Zu PDF Zitieren
Alias: Eclipse Spezies: Mutant gesucht Alter: 31 Jahre Größe: 1,68 m Zugehörigkeit: Team Arrow zum Steckbrief
#20
Wie gerne wäre die Rothaarige einfach mit Oliver im Bett liegen geblieben, nachdem sie erblickte was für ein Chaos sie angestellt hatten und insbesondere, zu welcher Entdeckung das geführt hatte. Sie hatte damit gerechnet, dass sie heute nicht drumherum kommen würde, irgendwann diese Bürotür zu öffnen, aber darauf freuen tat sie sich eben dennoch nicht. Auch wenn es vermutlich keinen besseren Zeitpunkt dafür geben konnte als wenn ihre Stimmung sonst recht ausgelassen war. Dennoch traf Oliver ein vielsagender Blick als er meinte, er solle vielleicht besser den Gin holen. Das war nicht witzig, aber so wie er aussah, war es auch nicht spaßig gemeint, weshalb sich ihre Züge wieder lockerten. Ebenso wie ihre verschränkten Arme als er kurz im Vorbeigehen danach griff und sie dazu veranlasste noch seine Hand zu nehmen und erst wieder los ließ als er den Raum betreten hatte und damit außerhalb ihrer Reichweite war. Na gut… es hatte ja keinen Sinn. Also trat sie ebenfalls mit ein und schob ihre Hand klammheimlich noch mal in seine als sie an seiner Seite angekommen war und die Richtung seines Blicks teilte. “He wanted his clients to know they were represented by the best.“ Das einzige was noch mehr zählte als diese Leistungsbewertungen waren wohl die Geschenke, die sie von ihren zufriedenen Klienten bekamen – diese schmückten dann die jeweiligen Büros in der Kanzlei.
Auf den ersten Blick sah es so aus als gäbe es hier jedoch sonst nicht viel zu holen, wäre da nicht die verschlossene Tür, über die die Witwe Oliver sogleich in Kenntnis setzte. Wobei seine Antwort darauf sie ein wenig nachdenklich stimmte. War das so? War sie damit ausgeschlossen worden? Es hatte sich damals nie falsch angefühlt. Das konnte aber auch an etwas ganz anderem liegen. “I guess a part of me always felt a little comfortable with being shut out.“ Weil sie sich in seiner Familie ohnehin nie ganz willkommen gefühlt hatte. Und wie Oliver, war auch Adam seine Familie extrem wichtig gewesen, wenn auch auf eine ganz andere Art und Weise. Es ging viel mehr um Ehre als um ein Gefühl der Zusammengehörigkeit. Weshalb ihr seine Geheimnisse als eine Art Rückversicherung nicht ganz ungelegen gewesen waren. Weil sie sich so nicht schlecht fühlte, sich ihm nie voll und ganz zu verschreiben. Bis sie es dann versuchen wollte.

Nachdem Oliver dann in Bewegung gekommen war, nahm auch die Witwe wieder den Blick von seinem Oberkörper und bewegte sich auf die andere Seite des Schreibtisches, um die nur wenige Zentimeter hohen Schubladen zu öffnen, aber auch hier herrschte gähnende Leere, weshalb sie der Vermutung des Vigilante nur zustimmend zunicken konnte, woraufhin ein sachtes Schütteln der roten Locken folgte. “No, they didn’t. Nobody did. Not even Ben was allowed to take a look. Once he helped Adam carry some stuff in here, I heard him saying that there are things only one of them should know.“ Was bei der Vertretung eines Klienten sicher nicht so hilfreich war… außer es machte einen selbst angreifbar? Das Konzept, dass einen gewisse Informationen verwundbar machten, kannten sie ja selbst zur Genüge… Galt dies mittlerweile auch für Ben? Und gab es sogar Sachen, die Emilia und Gregory voreinander geheim hielten? Wollten sie also wirklich wissen, was sich dort drin verbarg? Oliver offensichtlich schon, denn er verkündete sogleich das Werkzeug zu besorgen, damit sie das wohl beste Schloss des Hauses geknackt bekamen. Es war jedenfalls noch sicherer als das an der Eingangstür. “Don’t keep me waiting too long.“ schob sie verbal fast etwas ehrlich bittend hinterher, nachdem er seine Hände wieder unter dem Hemd zu sich zurückzog, das aktuell ihre einzige Oberbekleidung war. Einerseits vielleicht etwas witzelnd, weil sie sich gerne anstachelten und dann zappeln ließen, in anderen Situationen, andererseits war sie jedoch wirklich nicht scharf darauf mehr Zeit als nötig allein in diesem Raum zu verbringen.

Um sich selbst etwas beschäftigt zu halten, durchstöberte Maia weiter das Arbeitszimmer, zog die Schubladen der Aktenschränke weiter heraus, doch mehr als ein paar lose Zettel, die aus einzelnen Akten herausgefallen sein mussten, waren darin nicht zu finden. Wenn man von Spinnenweben absah. Diese Biester fanden wirklich überall ihre Wege. Zurück am Schreibtisch blieb ihr Blick kurz an einem Foto von ihr selbst hängen, das neben dem – fast veraltet aussehenden – Monitor in einem verschnörkelten aber verstaubten Bilderrahmen stand. Es war keines von ihnen gemeinsam zu ihren fast entspannten Anfangszeiten. Nur ein Portrait von ihr, im edlen Kostüm mit teurem Schmuck. Es war ein hübsches Foto, das konnte sie nicht abstreiten, aber es wirkte doch eher etwas zur Schau gestellt, als dass es einen emotionalen Wert hätte. Sie erinnerte sich nicht einmal mehr, wann oder wo es gemacht worden war. Dennoch schubste sie es mit der Vorderseite noch schnell zur Tischplatte als Oliver eintrat und platzierte sich gleich wieder an seiner Seite, bereit zu helfen, falls er Hilfe benötigen würde.

Brauchte er nicht, stattdessen war die Tür recht schnell aus der Verankerung gehebelt und gab ihnen den Weg in den vielleicht 3-4 Quadratmeter großen Raum frei, der ohne Fenster noch kleiner und bedrückender wirkte. Mit dem darin stehenden Safe konnte man vielleicht gerade noch zu zweit darin stehen, viel Bewegungsfreiheit war dann aber wirklich nicht mehr. Neben dem Tresor hing sonst nur noch ein Regal an der Wand auf dessen Brettern kleine Boxen standen. Darin konnten Gegenstände aber auch weitere Akten liegen, Maia hatte nicht die geringste Ahnung. Ob er hier drin wohl Beweismaterial für seine schuldigen Klienten versteckte??
Doch Oliver schien sein Augenmerk zuerst auf den Safe zu richten, bei dem er vermutete, dass er per Sicherheitssystem mit dem NOPD verbunden war? Vielleicht sogar noch immer. Hm, großartig.
Seufzend versuchte sich Maia in Adam hineinzuversetzen als Oliver fragte, ob die Zahlen wohl auch die richtige Reihenfolge hatten. Natürlich, wahrscheinlich war es nicht klug, wenn sie den Code falsch eingaben und damit das Police Department auf den Schirm riefen. “Let me take a look again,“ bat sie ihn schließlich und besah sich die Zahlen auf dem Zettel genauer. Die meisten sagten ihr davon nichts, waren das nicht auch ein paar viele für einen Safe-Code? Ein Teil der Zahlenkombination kam ihr dann doch zumindest nicht unbekannt vor. Das konnte der Monat und das Jahr seines Abschlusses an der Uni sein! Da ging ihr Blick erneut in die Richtung der aufgehängten Auszeichnungen, auch wenn er von einer dunklen Wand unterbrochen wurde. “Wait a second!“ Wieder im Büro das Stück Papier auf die staubbedeckte Fläche des Schreibtisches gelegt, zog sie mit einem Stift ein paar Striche zwischen den Zahlen und trennte so vier unterschiedliche aber unvollständige Datumsangaben voneinander ab. “Thank god he was such a show-off, huh?“ schmunzelte sie gen Oliver und trat mit ihm zusammen auf die gerahmten Urkunden zu. Dort erklärte sie ihm, wonach er suchen sollte. Zahlen, die in den jeweiligen Datumsangaben fehlten. Das Datum seines Abschlusses hatten sie schnell vervollständigt, die fehlende Ziffer war die Tagesangabe und war anhand der Reihenfolge auf dem Zettel vermutlich die dritte Zahl des Codes. Somit fehlte ein weiterer Tag, ein Monat und ein Jahr. Daran erklärte sie Oliver, wonach er die Aushänge absuchen sollte und nach nicht allzu langer Zeit hatten sie vier Zahlen zusammen.

Mit denen in der Hand traten sie wieder in die Kammer, zu einhundert Prozent sicher, war sich Maia jedoch doch nicht. “Maybe you should get ready to get the tools and the rest of our luggage in the basement.“ Mit anderen Worten, sie sollten nicht trödeln, falls der Tresor sich gleich nicht öffnen ließ, denn die Cops konnten sehr schnell hier sein, wenn sie es mussten! Selbst bei der etwas abgelegenen Lage des Grundstücks. Gut, dass sie unter dem eigentlichen Keller noch einen weiteren hatte, in dem man ganz wunderbar (unter anderem) Sachen verstecken konnte. Sie würde sich in der Zeit darum kümmern, dass der fragwürdige Zustand des Obergeschosses wieder in Ordnung kam. Warum sie versucht hatte an den Inhalt des Tresors zu kommen, wäre jedenfalls schnell geklärt. Immerhin war das ihr Haus, rechtlich gesehen ihr Eigentum, auch wenn Adam es versucht hatte vor ihr zu verstecken. Und da sie umzog, war auch der Zeitpunkt nicht ungewöhnlich. Nur die Art und Weise vielleicht eeetwas zu professionell.
Damit es auf jeden Fall ihre Fingerabdrücke am Tresor sein würden, betätigte Maia das Eingabefeld und nachdem sie noch mal absichernd zu Oliver geblickt hatte, gab sie die letzte Ziffer ein… und das Schloss des Tresors schien sich entriegelt zu haben!

Die große, schwere Stahltür zog Oliver auf, während Maia bereits hinein lugte und… auf den ersten Blick nichts erkannte, das sofort nach Kriminalität schrie. Okay, abgesehen von der Waffenkiste, war das Adams? Sie wusste nicht, dass er in Besitz einer Schusswaffe war. Sie kannte ihn eher mit Aktentasche und gelegentlich an der Geige. Für jemanden wie sie, waren die darin liegenden Aktenmäppchen jedoch viel interessanter, weshalb sie einen Stapel hinauszog und dann wieder einen Schritt hinaus ins Büro machte. Für mehr Licht aber auch, um Oliver direkt vor dem Tresor mehr Platz zu machen. Schnell überflog sie die äußeren Beschriftungen der Hefter, konnte mit den meisten jedoch gar nichts anfangen. Aber eben doch nur mit den meisten! “This file is labeled with a date instead of a name. I think that’s when the attack of the black clothed archer took place.“ Den sie mal irreführend in einem Verhör in Star City eingeworfen hatte. Ein kurzes Aufklappen der Akte bestätigte ihren Verdacht. Darin befanden sich Zeugenaussagen der anwesenden Partygäste, Anwälte, Kanzleipartner. Ebenso wie ihre, die – nachdem sie sich von Ben getrennt hatte – nicht mehr viel Wahrheit in sich trug und die Namen der Opfer, die sich hauptsächlich auf das damalige Sicherheitsteam der Bonnets begrenzten, standen dort aufgelistet. Aber auch ein paar Fotos aus den Überwachungsaufnahmen, auf denen man den Angreifer mal besser und mal schlechter erkannte. Zumindest sein Kostüm. Die hinteren Zettel, die die Opfer mit Ausflügen von Gregory nach Russland in Verbindung brachten, sah sie nicht mehr, da sie die Akte zuklappte und oben auf den Stapel legte, die ihr bisher gar nichts sagten. Die nächste ließ sie dann jedoch kurz innehalten. „M. Bonnet“. Was hatte das zu bedeuten?

Mit der Akte in der Hand wandte sie sich kurz etwas ab und ging mehr Richtung Tür, sodass sie nicht sofort mitbekam, ob Oliver selbst etwas Interessantes gefunden hatte oder sich mit der Akte des Angriffs durch den Bogenschützen beschäftigte. Stattdessen schoss ihr Puls ihr in die Höhe als sie durch die ersten Seiten blätterte. “Anything new to the kansas case?“ eine Mail von Emilias Arbeitsmailkonto an das von Adam. “Nothing specific, yet.“ seine Antwort. Einige Wochen vor seinem Tod. Dahinter ein Studentenstammblatt der Uni, ihrer Uni! Mit ihren Daten! Dahinter Mails die vermuten ließen, dass er jemanden beauftragt hatte, den Archivar der Hochschule zu erpressen, ihnen verschiedene Datenblätter zukommen zu lassen. Wahrscheinlich um für Verstreuung zu sorgen und keine direkte Verbindung zwischen der Anfrage und den Bonnets zu erstellen, wenn jemand nach ihren Daten forschte, falls es jemals öffentlich geworden wäre. Die Nachforschungen gingen anhand dieser Daten weiter. Er war an ihre Geburtsurkunde gekommen, sogar eine Kopie der Sterbeurkunde ihres Vaters lag darin! Er hatte wohl nach allem Möglichen gesucht, um herauszufinden, weshalb sie den brachialen Neuanfang wollte. Wie viele Wochen oder Monate hatte er daran gearbeitet? Ihr hinterher spioniert? Hinter ihrem Rücken ihre Vergangenheit bis ins kleinste Detail auseinander genommen? Ihre High School hatte sich scheinbar länger quer gestellt, doch auch da hatte er Auszüge aus ihrer Schulakte bekommen. Darin Zeugnisse, Notizen über Streitigkeiten in den Pausen, Schüler, die sich über sie beklagten. Nicht neben ihr sitzen wollten. Der fragwürdige Fall des Jungen, der sich nach einem Angriff auf sie eingepinkelt hatte und abgeholt werden musste.

Maia schluckte als sie die Akte schloss, noch abwägend ob sie schockiert oder doch eher mordswütend war. Er war weit gekommen, er hätte es herausfinden können. Er hätte hinter ihr Geheimnis kommen können und dann? Wäre sie eines Tages ohne Vorwarnung von den Sentinel Services abgeholt worden?! Die Vorstellung, dass er ihr nach einem Moment Ruhe vielleicht die Chance auf ein klärendes Gespräch gegeben hätte, löste sich soeben in Luft auf. Erklärte das auch seine heftige Reaktion? Der Mutanten-Hass aber auch, dass er ahnend seinen Eltern gegenüber in Vorleistung gegangen war und dann statt selbst alles herauszufinden, knallte sie ihm die Wahrheit gutgläubig schlicht vor die Füße? Warum hatte er das getan? Auf Anweisung seiner Mutter? War das die Prämisse zur Zustimmung zur Hochzeit gewesen? Um sich abzusichern? Sie hätte ihm niemals vertrauen dürfen, noch weniger als es ihr schon zuvor bewusst geworden war. Selbst als ihr damals noch alles irgendwie friedlich vorgekommen war! Okay, die Antwort war: wütend. Sie war sehr, sehr wütend! “So much for him respecting my privacy!“ drehte sie sich zischend wieder herum und knallte die Akte mit Schwung auf die Schreibtischplatte, sodass der Staub drum herum hochwirbelte und die losen Blätter teilweise aus dem Mäppchen rutschten. Sie konnten von Glück sprechen, dass die Glückshormone gerade noch ihre Mutation unterdrückten, sonst wäre das hier für Oliver sehr unangenehm! Stattdessen war gerade nur anhand der Zornesfalten auf ihrer Stirn und dem Funkeln in ihren Augen zu erkennen wie aufgebracht sie war. Ebenso wie an ihren Worten. “We need to find something, anything! I want them to pay! To lose everything they love. Their name, their reputation, their careers!“ Wie sie diese Familie verabscheute! Dass ihnen Ben gerade einigermaßen wohlgesonnen war, kam jetzt nicht unbedingt zu ihr durch. Zu ihrem Glück hatte er zumindest nichts Eindeutiges gefunden, das er seiner Mutter hatte vorlegen können, sodass der Verdacht ihrer Beteiligung an seinem Tod gering ausgefallen war. Wozu ihre Unwissenheit über seine Recherchen durchaus beigetragen hatte. Oh, wie blind hatte sie sein müssen? Sein wollen…
Zitat hinzufügen Zu PDF Zitieren
Alias: Green Arrow Spezies: Mensch gesucht Alter: 32 Jahre Größe: 1,85m Zugehörigkeit: Team Arrow zum Steckbrief
#21
Der Beste… Pah, Maias Aussage machte es gerade nicht besser… Oliver richtete den Blick leicht angenervt in die Luft. Vielleicht wäre er bei Leuten wie den Bonnets aber auch froh, wenn man ihn ‚ausschloss‘. Weil er zu solchen nie hätte gehören wollen… Aber im Nachhinein war man eben immer schlauer. Auch Maia.
Geheimnisse voreinander schien es bei den Bonnets also auch schon immer gegeben zu haben. Sogar deutlich offener als bei den Queens, die nach außen hin doch eher so taten, als hätten sie keine untereinander, bis man dann irgendwann unschön drüber stolperte… Das half auch nicht gerade, um seine Stimmung zu heben. Weshalb es vielleicht ganz gut war, dass Oliver dann erstmal das Werkzeug holen wollte, um… den Raum somit nochmal kurz verlassen zu können.
Maias Kommentar ließ ihn die Mundwinkel aber wieder ein wenig höher ziehen. Weil er diese Aussage eigentlich immer mit anderen Dingen verband, die gerade doch auch noch recht präsent in seinem Kopf herumgeisterten. „Never“, schmunzelte er, wenn auch mit ein klein wenig Ernsthaftigkeit im Blick, weil Maia doch ein wenig zu bittend geklungen hatte, als dass er scherzhaft darauf hätte eingehen können, dass ‚wenn sie ihn schon so darum bat‘…

Der Vigilante zog kurz fragend eine Augenbraue hoch, als er zurückkam und Maia gerade ein Bild umgeklappt hatte. Dann wiederum musste er eigentlich nicht wirklich nachfragen, da… das, was sie vorhin angefangen hatten, sie vielleicht immer noch ein bisschen gefangen hielt. War ihm unten ja nicht anders gegangen…
Also beschäftigte er sich stattdessen direkt damit die Tür auszuhebeln. Die Rothaarige stand zwar hilfsbereit (dekorativ) daneben, zugleich übersah er dabei aber wohl schlicht, dass ihre Motivation sich eingehender mit dem, was sich dahinter verbarg, auseinanderzusetzen, womöglich etwas verhalten war... Der Raum offenbarte dann tatsächlich einen Safe. Die einen hatten einen Bunker, die anderen eine verschlossene Kammer mit Extratresor… Bunker gewann definitiv!
Auf Maias Aufforderung reichte er ihr den Zettel mit der Zahlenkombination. Oliver schwieg zunächst, da er es in ihr arbeiten sah. Ihre Schlussfolgerung verstand er dann aber nicht sofort. Was hatte Adams Angeberei damit zu tun? Die Rothaarige klärte ihn jedoch schnell auf. „Wow, that’s pretty narcisstic.“ Aber es wunderte ihn ehrlich gesagt nicht wirklich…

Mit vier Zahlen kehrten sie kurz darauf zum Safe zurück. Oliver konnte ein kleines Schmunzeln nicht unterdrücken. „If we trigger the alarm, I’ll still have plenty enough time.“ Der Vigilante dachte da einfach – ohne dafür Flash sein zu müssen – in ganz anderen Zeitspannen. Oft genug wurde er ja nicht mal nervös, wenn er erst loslegte, wenn die Polizei schon vor Ort war… Nur dass hier eben niemand ‚Arrow‘ sehen durfte, sondern sie tatsächlich alles organisiert haben sollten, bevor jemand eintraf.
Die ‚Sorge‘ war jedoch sowieso unbegründet, da der Code zu stimmen schien. Oliver zog die wuchtige Stahltür auf. Ein wenig überraschte ihn der Inhalt schon. „Didn’t know Adam was a shooter…“ Dann wiederum hatte fast jeder mit Geld – oder im Gegenteil, die ohne - in Amerika irgendwo eine Waffe auf Lager. Trotzdem zog ihn die Waffenkiste erstmal mehr an als die Akten, weshalb er sie rausholte und… schon wieder ein Schloss dran. Aber auch da half das Werkzeug. Die Pistole war kein besonderes Modell und wirkte dazu kaum benutzt. Hatte er es sich doch gedacht… „We can check the serial number…“ Und vielleicht noch welche Patronen benutzt worden waren. Man wusste nie, wann einem so eine Info mal entgegenkam…

Der Queen war Maia dann wieder ins Büro gefolgt. Es gab also eine Akte über den schwarz gekleideten Bogenschützen-Angreifer von damals? Was hatte Gregory mit Russland zu tun? Er wollte Maia gerade darauf ansprechen, kurz bevor er zu den Fotos gelangte, als er das Zuknallen der anderen Akte hörte. Da es ansonsten verflucht still in dem großen Haus war, konnte selbst der kleine Büroraum das Geräusch nicht schlucken.
Fragend sah der Queen auf, da wurden ihm die Unterlagen auch schon vor die Nase gehalten. M. Bonnet… „What…?“ Oliver überflog, was ihm da vorgelegt worden war, ehe er den Blick erneut hob. „Damnit!" Adam hatte Maias Vergangenheit komplett auseinandergenommen. All das, was sie so sorgfältig geheim gehalten hatte, wofür er selbst lange gebraucht hatte, damit sie ihm weit genug vertraute, um mal das eine oder andere Thema anzuschneiden… Was wäre der nächste Schritt des Bonnets gewesen? Hätte er sie zur Rede gestellt, wenn sie sich nicht selbst an ihn gewandt hätte? Oder hätte er den Fall direkt an die SS abgegeben? Vielleicht hätten die Bonnets auch versucht das unter der Hand zu regeln. Mit einer Waffe aus einem Safe…?
„So maybe he was that kind of a bad guy after all…“, brummte er dann, sich auf eine Aussage von Maia beziehend, die erst wenige Tage her war. Dass Adam es nicht verdient gehabt hatte zu sterben. Sie hatte sich des Mordes wegen immer irgendwie – unterschwellig – schuldig gefühlt. Während Adam hinter ihrem Rücken nachgeforscht hatte, um weiß Gott was mit den Infos anzufangen…!
„Do you think that‘s why Emilia knew about your mom…?“ Wie viel von dem, was in er Akte stand, war auch den ‚Alten‘ bekannt? Immerhin schien es Korrespondenz darüber gegeben haben. Hatte Adam zunächst alleine gesammelt oder alles direkt weitergeleitet?

Dass Maia immer wütender wurde, spürte er normalerweise – außer sie unterdrückte es -, aber dieses Mal reichte die Körpersprache dafür auch schon völlig aus. Dazu ihre Aussage, der er eigentlich nicht mehr hätte zustimmen können und doch… besorgte es ihn auch irgendwie. Weil alles davon verflucht nach Vergeltung schrie und… ach, eigentlich war er echt nicht der Richtige, um das zu kritisieren. Dann wiederum wusste er eben auch, wie schnell sowas folgeschwere Konsequenzen hatte, wenn man es mit hitzigem Temperament anging…
Oliver klappte die Akte wieder zu, ließ die Hände noch kurz auf dem Schreibtisch abgestützt. „We will“, war dann das Erste, was seine Lippen verließ.
Er bewegte sich um den Tisch herum, um wieder näher bei der Rothaarigen zu sein, etwas intensiver ihren Blick suchend. „He didn‘t find any proof… But we’ll have to be even more cautious now, especially with the SS already digging into you…“ Was ihn die Kiefer leicht aufeinanderpressen ließ. Tendenziell würde er nach den neusten Entwicklungen hier auch lieber direkt losziehen und Pfeile verschießen. Aber genau das konnten sie in diesem Krieg leider nicht…

Der Queen griff nach der mit nach oben gebrachten Ginflasche, nahm einen Schluck – ohne Glas – und drückte sie dann Maia in die Hand. „I think we should get some air…“ Nicht nur aus der muffigen Büroluft raus, sondern auch einfach, um sich da jetzt nicht weiter reinzusteigern. Sonst würden bald sämtliche Nachwirkungen der kurzen ‚Auszeit‘ überschrieben werden und die Stimmung dann allgemein nochmal… sinken. Für sie beide. „Let‘s put this stuff back in the safe and visit this death-party…“ Da war Maias Stimmung ja fast egal, weil sie verstärken würde, was die anderen gerade sowieso dachten und im Idealfall würde sie das im Gegenzug ausnahmsweise tatsächlich mal aufmuntern und nicht noch weiter runter ziehen.
Oliver selbst war zwar auch nicht schrecklich nach Feiern zumute, aber danach der Villa mal für eine Weile den Rücken zuzukehren schon eher. „And afterwards we throw this in the fireplace.“ Ihre ‚Akte‘… Womöglich hatte Emilia Kopien, aber man musste ja nicht mehr davon herumfliegen haben als unbedingt nötig. Außerdem wäre den Kram zu Verbrennen ähnlich befriedigend wie ihre Zerstörungswut vorhin… Und so gesehen war das, selbst wenn für sie neu, für die Bonnets doch eher nicht. Also nichts, worauf sie sofort reagieren mussten. Nach mehr Papierkram war Oliver gerade aber eben auch nicht. Wenn ihn etwas aufwühlte, wurde er immer lieber physisch aktiv. Das konnte er zwar gerade in diesem Fall auch nicht, aber dann lieber Straßenfest, als direkt weiter frustriert durch Adams Zeug zu wühlen…
Der Queen griff nach Maias Unterarmen. „We shouldn’t let the Bonnets dictate what you do any more. We will bring them down. Smart retaliation, not blind revenge. But it’ll take time. And meanwhile we’ll annoy them the most by living our best life.“ Ein leicht provozierendes Lächeln legte sich auf seine Lippen. Sie hatte zwar vorhin noch beim Interview gesagt, dass Adam ihr das beigebracht hatte, aber die Bonnets würden sicher trotzdem nicht begeistert darüber sein, wenn die Witwe erstmal mit ihrem neuen Lover in ihrer alten Heimat an einem Tag, der den Toten galt (und somit in ihrer Ansicht nach vermutlich Adam) erstmal feiern ging…
Zitat hinzufügen Zu PDF Zitieren
Alias: Eclipse Spezies: Mutant gesucht Alter: 31 Jahre Größe: 1,68 m Zugehörigkeit: Team Arrow zum Steckbrief
#22
Während es - wie das Lösen eines Rätsels - sich ein wenig wie Genugtuung anfühlte, dass sie trotz Adams Sicherheitsvorkehrungen den Safe öffnen konnten, war die Aufregung wegen dem, was sich darin befinden könnte, eher unangenehm. Fühlte sie sich schlecht nach seinem (durch sie verursachten) Tod in seinen Sachen herumzuwühlen? Womöglich. Hatte sie Angst vor dem was sie finden würde? Nicht wirklich, weil nichts davon irgendwie “akut” sein konnte. Es war wohl eher die allgemeine Verbindung zu ihrem verstorbenen Mann, die sich dadurch verändern würde und dadurch das erste Mal seit langer Zeit irgendwie aktuell erscheinen würde, der sie emotional lieber aus dem Weg gehen wollte.
”Me neither.” brachte sie ein wenig missmutig hervor als Oliver auf die Waffenkiste zu sprechen kam und er nicht gewusst hatte, dass Adam ein Waffennarr gewesen wäre. Oder überhaupt mal eine in der Hand gehabt hatte. Hatte er? Oder hatte er hier nur etwas für jemand anderen verschwinden lassen? Es war grausig, wenn sie darüber nachdachte, dass sie ihrem ehemaligen Gatten beinahe alles zutrauen würde, da sie seine Familie mittlerweile sehr gut kannte. Kaum vorstellbar, wie ihr Leben hätte verlaufen können, wenn sie sich nie auf den Bonnet eingelassen hätte. Nachdenklich nickend, dass sie die Seriennummer checken lassen sollten, schnappte sich Maia einen Haufen Akten und ging damit aus dem beengenden Raum zurück in das verstaubte Büro.

Während sie ein paar Akten überflog und beiseite legte, darunter die Akte über den Zwischenfall bei der Partnerschaftsfeier der Kanzlei, blieb sie kurz darauf an einer hängen, die ihr richtig übel aufstieß. Sie hielt ihr Leben in Papierform in Händen, das einzige, was sich nicht schwarz auf weiß darin befand, war ein Beleg für ihre genetische Veränderung. Adam war in ihren Augen nie ein Heiliger gewesen, doch er hatte sich vor seinem fatalen Ausraster den Respekt verdient, nicht dem Wunsch seiner neugierigen Eltern nachgegangen zu sein, alles über ihre Vergangenheit aus ihr heraus zu quetschen. Scheinbar war das ja auch nicht nötig gewesen, da er es… sehr viel heimtückischer angestellt hatte, an dieses Wissen zu kommen. Es ergab keinen Sinn und noch weniger würde es irgendetwas im Hier und Jetzt ändern und trotzdem wurde die Mutantin gerade verdammt zornig auf den Mann, dem sie einst das Ja-Wort gegeben hatte. Die Akte auf den Tisch geknallt zischte sie Oliver ein paar Worte entgegen, die ihn anfangs nur fragend zurück ließen, ehe er sich selbst ein Bild davon machte, worüber sie sprach. Ihre Fingerspitzen bohrten sich in den dünnen Stoff von Olivers Hemd an ihren Oberarmen als sie die Arme verschränkte und wütend schnaubend ein paar Schritte unruhig in Bewegung kam. Noch schärfer stieß sie einen Luftstoß durch die Nasenflügel, als ihr Partner einen Satz korrigierte, den sie erst kürzlich über Adam fallen gelassen hatte. Tja, vielleicht war er das. Die Art von bad guy. Sie hätte es wissen müssen! Wenigstens eine Ahnung… ein ungutes Gefühl… wäre sie nicht so auf ihr eigenes, möglichst unauffälliges Verhalten fokussiert gewesen. Sie hätte ihn stopp… ach, was machte sie sich vor. Ihr damaliges Ich wäre niemals auf Konfrontationskurs gegangen, sondern hätte schlicht die Flucht angetreten. Es erneut versucht. Ein Neuanfang. Irgendwo wo sie niemand kannte. Ein weiteres Mal.

Erst Olivers nächste Frage schaffte es Maia aus dem eher emotionalen Fokus zu rücken und wieder auf Fakten zurückzukommen. Auch wenn sie es dennoch nicht schaffte die zornig gezogene Stirn zu glätten. ”I don’t think so, if she would have had any of this she wouldn’t have waited for me to fall in love with you to turn my world upside down.” Hätte sie etwas von gewissen Verdächtigungen oder auch nur wirklich merkwürdigem Verhalten von früher gewusst und damit einen Makel im Familienbild der Bonnets riskiert, der größer wäre als die unliebsame Schwiegertochter zu verstoßen, hätte sie das viel früher getan!
Als er auf ihren Aufruhr dann jedoch mit einem anfangs recht zurückhaltendem “We will” reagierte, anschließend auf sie zu trat aber dann doch eher verhalten im Tatendrang klang, brachte es die Rothaarige dazu, ihren Ausdruck nur noch mehr zu verfinstern. Sie wusste, dass Oliver sich niemals auf seine Seite schlagen würde. Besonders nicht auf die der Bonnets, wenn es um die Anwälte und sie ging. Aber alles in ihr schrie gerade danach, sich für die Unterdrückung und den Verrat zu revanchieren und argh… Wenigstens schien es ihm innerlich genauso wenig zu passen wie ihr!

Die Lippen unzufrieden aufeinander gepresst, nahm sie die Gin-Flasche entgegen und hielt sie einen kurzen Moment, ehe sie sie für einen großen Schluck ansetzte als Oliver davon begann, dass sie etwas frische Luft schnappen sollten. Ein wenig abrupter nahm sie sie wieder runter und schüttelte entnervt - aber immerhin schon weniger wütend - den Kopf. ”It’s not a… ugh, you’ll see.” Schluckte sie den leisen Protest und den Willen, ihn dahingehend zu korrigieren, dass es keine Feier des Todes, sondern des Lebens der Verstorbenen war, herunter.
Das Erste, was in diesem Moment so richtig ihren akuten Wunsch traf, war der Vorschlag, die Dokumente über sie in dem Kamin zu entsorgen. Weshalb ein wenig mehr angepisst-vorfreudiges Funkeln in ihre Augen zurückkehrte und sie Olivers Berührung stillstehend annehmen konnte. Auch wenn sie die Gin-Flasche noch nicht losließ. Was er dann sagte, klang aber schon viel besser! Die Zornesfalten von ihrer Stirn verschwanden und ihre Mundwinkel hoben sich etwas weiter. Der Wunsch, sich nicht mehr nach den Bonnets richten zu müssen, war schon so lange vorhanden und doch war er etwas, das sie kaum wagte laut auszusprechen, wenn nicht ausschließlich die handvoll richtiger Personen anwesend waren. Es von ihm zu hören war hingegen Musik in ihren Ohren. Da konnte sie den Teil, dass der Niedergang der Bonnets Zeit in Anspruch nehmen würde, kurzzeitig ertragen.
Nun wieder eher schmunzelnd stellte sie die Flasche mit einer ruhigen Bewegung neben sich auf dem Holztisch ab, ohne dabei Olivers Griff zu entweichen. Stattdessen zog sie ihn durch diesen indirekt näher an sich, weil sie die eigenen Arme kurz nach hinten zog und kaum, dass er nah genug war, überkreuzte sie die Handgelenke in seinem Nacken. ”Hm, celebrating my new life with you and pissing my in-laws off at the very same time sounds incredibly tempting. I guess now it’s official - you are a bad influence, Mr. Queen.” Was den öffentlichen Ruf anging, war das ja schon immer eher in diese Tendenz gegangen, während er derjenige gewesen war, der ihr klargemacht hatte, dass der dunkle Pfad nicht der einzig mögliche für sie war. Doch nun schlug der Zeiger gerade wieder ganz stark in diese Richtung aus und… es gefiel ihr!

Ihn in der verführerisch umschlungenen Haltung in einen Kuss verwickelnd, reckte sie sich ihm das letzte Stückchen entgegen und löste sich anschließend erst nur soweit, dass ihre Handflächen auf seiner noch freien Brust zum Ruhen kamen. ”Alright, you’re right. We should get out for a while, clear our heads from … all of this,” eben alles, was die gebürtigen Bonnets betraf. ”But I can assure you one thing, I’m not planning to tidily pick up all the pictures from the broken frames. So my file is not the only thing that’s gonna burn tonight.” Oh und wie sehr sie sich gerade darauf freute, das Album mit den Hochzeitsfotos zu verbrennen!
Bevor sie jedoch dazu kommen, geschweige denn das Haus verlassen konnten, mussten sie in Adams Büro ein wenig mehr den vorherigen Zustand herstellen und … zumindest ein paar der Scherben und Spuren ihres vorherigen Wegs der Zerstörung beseitigen, bevor sie ihnen nach ihrer Rückkehr von der Feier - mit den Gedanken woanders - zum Verhängnis wurden oder ihnen zumindest den Abend ruinierten. Außerdem stand ein weiterer Garderobenwechsel auf dem Plan, wobei es für Maia in ein für den Anlass angemessenes Kleid ging. Oben mit einer Corsage, schulterfrei, dafür leichte Ärmel an den Oberarmen unterhalb der Schultern. Der Stoff war in tiefem Schwarz gehalten, von den blumigen Verzierungen jeweils am Saumen des zweilagigen, beinahe bodenlangen Stufenrocks abgesehen. Statt einer vollständigen Gesichtsbemalung beschränkte sie sich auf eine thematisch passende Maske, die nur die Augenpartie verzierte, sodass man sie auch durchaus als Maia Bonnet erkennen konnte. Um das zu unterstützen, entschied sie sich, auch ihre Haare charakteristisch offen und gelockt zu lassen, statt sie hochzustecken. Sie gab Oliver zwar den Hinweis, dass er wahrscheinlich mehr auffiel, wenn er sich optisch gar nicht dem Anlass anpasste, überließ es dennoch vollkommen seiner Entscheidung, ohne ihm hinein zu reden, damit die Überwindung für ihn nicht noch größer wurde als sie es ohnehin schon sein würde.

Um deutlich flexibler zu sein und sich nicht nur von einem Fahrdienst abhängig zu machen, sondern auch niemandem eine Erklärung zu schulden, sollte etwas “dazwischen kommen”, verließen sie das im Wald gelegene Anwesen in Maias schwarzem Mercury Comet. Es war beinahe ungewohnt, dass sie zur Abwechslung fuhr, doch so schnell ließ sie eigentlich niemanden hinter das Steuer ihres Wagens, … wenn es nicht notwendig war, weil sie seine Hände lieber am Lenkrad wusste als sonst wo - aber die Zeiten waren ja vorbei! So steuerte sie das Fahrzeug nach der Strecke, die sie beinahe zurück zum Flughafen führte, in eine Seitenstraße der City Park Avenue, um es dort abzustellen. Einerseits würden sie von dort aus nicht viel weiter kommen, weil die Straßen voller Menschen waren, andererseits waren hier vom Norden mit dem Greenwood Cemetery bis zum Süden der St. Patrick Cemetery No. 1 so viele Friedhöfe und Grabstätten, dass sie von nun an problemlos zu Fuß gehen konnten, da sie sich quasi immer “mitten drin” befinden würden.
Um den Wagen herumgelaufen, fand sich Maia zunächst erneut an Olivers Seite ein, während ihr Blick über die verschiedenen Grüppchen von Menschen wanderte. Mittlerweile war die Nacht eingekehrt, doch die Stadt war wohl mehr von Kerzenschein und anderen Feuerstellen erhellt als vom künstlichen Licht der Straßenlaternen. Doch von Stille keine Spur. Nicht nur das Gemurmel der sich unterhaltenden Leute war zu hören, sondern auch ein über die Straße wandernder Zug - eine Art kleine Parade - mit Gitarrenmusik und Trommeln bahnte sich gerade seinen Weg in ihre Richtung, um an ihnen vorbei weiter in den Osten zu ziehen. Sie spielten das Lied “La Llorona”, wobei jeder der Mitziehenden textsicher und lauthals mitsang.
Ihre Fähigkeiten waren noch nicht wieder ganz einsatzbereit, ihre Verbindung zum Tod und ihrer Umgebung nicht wirklich greifbar - anders als Olivers Hand, die sie nahm und dann seinen Blick suchte. Sie kannte sich hier aus, sie konnte ihm alles zeigen, vorzugsweise zuerst das, wogegen er sich nicht intuitiv sofort sträuben würde, weshalb sie zumindest zu Beginn die grobe Richtung ihm überließ.
Zitat hinzufügen Zu PDF Zitieren
Alias: Green Arrow Spezies: Mensch gesucht Alter: 32 Jahre Größe: 1,85m Zugehörigkeit: Team Arrow zum Steckbrief
#23
Oliver war deutlich besser darin für andere Vernunft walten zu lassen, als bei sich selbst. Er wusste aber auch, dass Maia genau solche Argumente gerade vermutlich nicht unbedingt hören wollte. Es war nicht direkt Manipulation. Nur ein kleiner Schubs in die richtige Richtung, mit einem Schlenker dahingehend, dass sie den Bonnets damit trotzdem bereits jetzt auf die Füße treten würden.
Zufrieden stellte er fest, wie sich ihre Mimik wieder etwas glättete. Es war ja keinesfalls so, dass er fand, sie würde überreagieren oder er die Prioritäten anders setzen, aber wenn man ein Leben führte, in dem man ständig mit dem ‚akuten Fall‘ konfrontiert wurde, musste man diese seltenen Augenblicke, in denen man sich ‚nur‘ über etwas Vergangenes aufregte, eben ein bisschen ruhiger nehmen. Auch wenn sie mittlerweile wohl beide gänzlich von der Option, sich mit den Bonnets schlicht irgendwie gutzustellen, abweichen wollten. Vielleicht erstmal nur subtil, aber das Ende war klar – und das sah für Adams Familie nicht gut aus…

Der Queen neigte sich ihr leicht entgegen, als er Maias Finger in seinem Nacken spürte. „You can’t claim you haven’t been warned“, schmunzelte er. Dass er schlechter Einfluss war. Zum einen, weil sich dieses ‚Gerücht‘ noch immer hartnäckig in den Medien hielt, zum anderen, weil er selbst mit dieser Form von Wahrheit nicht hinterm Berg gehalten hatte. Auch wenn damit eher der Einfluss seines ‚anderen‘ Lebens gemeint war… Und dann hatten sie gemeinsam doch einen besseren Weg gefunden.
Der Kuss lenkte sie beide nochmal kurz gut von den düsteren Gedanken ab und auch wenn es ihn selbst in den Fingern juckte die ein oder andere Akte – gerade die über den Bogenschützen – nochmal genauer unter die Lupe zu nehmen, sah auch Maia ein, dass für eine Weile Abstand von allem, was mit Adam zu tun hatte, ihnen gut tun würde.
Der Vigilante lächelte nur, verkniff es sich zu betonen, dass sie gerade tatsächlich gesagt hatte, dass er Recht hatte. „A nice fire needs a lot of… paperwork.“ Eigentlich nicht, wenn man wusste, wie es auch anders ging, aber mit Akten und Fotos würden sie definitiv mehr ‚Spaß‘ haben. (Eigentlich würde er da auch gerne viel Queen Industries Papierkram Arbeit verschwinden lassen...) Und er hatte absolut nichts dagegen das ein oder andere ‚happy-Bonnet-Pärchen‘-Bild in die Flammen fallen zu lassen…

Nachdem sie das Büro, allgemein die Villa, grob – sehr grob – wieder in Ordnung gebracht hatten, schlüpfte Oliver in eher legere Kleidung. Masken trug Arrow genug und mit Hemd musste er auch nicht unbedingt raus. Also wurden es Jeans und braune Lederjacke. In den gedeckten Farben würde er ausnahmsweise vermutlich sowieso wie ein bunter Hund herausstechen… Jedenfalls blieb sein Blick doch etwas länger an Maias Outfit hängen. Sie passte irgendwie ziemlich gut ins Bild, was ihm doch wieder in Erinnerung rief, wie lange New Orleans ihre ‚Heimat‘ gewesen war…
Als sie sich auf den Weg machten, musste dann aber doch nochmal was raus: „Can we talk about the car?“ Vorsichtig formuliert. Er wusste, dass die Rothaarige den Wagen mochte. „I mean, you can keep it. We can even ship it to Star City. But what about a second car…, a little faster and more modern…?“ Weil er eben doch schon wieder Notfälle im Kopf hatte und der Comet war eben echt nicht unbedingt für sowas gemacht…

Gerade hatten sie jedoch keinen Zeitdruck, weshalb Oliver sich auf dem Beifahrersitz zurücklehnte und die Straßen bis zu ihrem Zielort an sich vorbeiziehen ließ.
Sobald sie ausgestiegen waren, kehrte dennoch wieder etwas mehr Anspannung zurück. Es war bereits recht dunkel, bis auf viele flammende Lichtlein, die Mimik der Menschen durch Masken oder Schminke schwer einschätzbar und… einfach so viele… Und laut. Das hatte wirklich nichts mit christlicher Andacht gemein… Eher mit… einem Karnevalsumzug. Tommy und er waren da mal in Rio gewesen…
„If we find a fairground booth, you might have to go home with the biggest plush toy“, scherzte Oliver beiläufig. Nicht, dass er hier wirklich eine Jahrmarktsbude mit Wurfstand – keine Herausforderung für ihn! - und Plüschtieren erwartete, aber wirklich überraschen würde es ihn wohl doch auch nicht. Dabei versuchte er jedoch amüsiert und nicht abweisend zu klingen, während seine Hand sich wieder um Maias schloss und sie gemeinsam losschlenderten. Zuerst vorbei an einem der Straßenzüge. Bei den gut gelaunten Liedern – viele auf Spanisch, weshalb er den Text zwar nicht verstand, aber eben von der Melodie her recht eindeutig -, könnte man wirklich vergessen, welchem Thema dieses Fest gewidmet war. Gewissermaßen fühlte es sich hier jedenfalls angenehmer an als Halloween, wo es doch eher um Schreckgestalten, Blut und Gewalt ging…

Sie kamen an einem Innenhof vorbei, an dem der Queen doch kurz anhielt, als sein Blick auf den überbordend geschmückten Altar fiel. Ein Schrein voll mit Essen, Blumen, bunten Totenköpfen (?!) und Bildern. Darum versammelt eine Familie. Sämtliche Altersklassen vertreten, von Kleinkind bis Großmutter...
Oliver wollte Maia schon weiterziehen, als sie bemerkt wurden, da winkte ihnen ein Mann mit freundlichem Lächeln zu und ein kleines Mädchen lief ihnen entgegen, aufgeregt davon schnatternd, dass ‚Grandpa‘ sie heute besuchen würde und sie ihnen unbedingt dessen Bild zeigen wollte.
Der Queen zögerte. Aber dass sie hier waren, war nun wirklich reiner Zufall und eine so ausgeklügelte Falle – inklusive Kindern – traute er dann nicht mal dem Voodoo-Clan zu. Also folgten sie dem Mädchen zum Schrein. Nachdem sein Blick kurz am Foto des Großvaters hängengeblieben war, fiel ihm ein junger Mann auf, der eine kleine Parfumflasche neben das Foto einer jungen Frau platzierte. „That was her favourite… Whenever I smell roses, I remember her.“ Er lächelte dabei verträumt, während eine andere Frau ihm sanft über den Arm strich. „We got to know each other in the hospital, after their car crashed. I’m so grateful that she made him such a generous men.“ Kurz fragte Oliver sich, ob es nicht awkward war mit der neuen Freundin, Ärztin, an die verstorbene Freundin zu denken. Aber scheinbar hatten sie alle ihren Frieden damit gefunden. Wie zur Hölle ging sowas?

Die Familie störte sich nicht weiter an ihrer Anwesenheit, war im Gegenteil, geradezu stolz darauf ihren Altar zu präsentieren, widmete sich dann aber wieder ihren eigenen Unterhaltungen.
Oliver blieb noch für einen Moment stehen. „I don’t even have pictures… or anything… of some of the people I lost“, murmelte er dann. Nicht von Shado, nicht von Slade, von Yao, Taiana, Akio und und und… Würde er jemals an den Punkt kommen, an dem er an sie denken konnte, ohne dass es vor allem wehtat? Gerade bedauerte er jedoch fast eher…, dass diesen Leuten nie jemand ein Lächeln in Erinnerung widmen würde. Niemand sang für sie. Niemand erzählte ihre Geschichten weiter… Der Queen atmete unauffällig etwas tiefer durch.

„Objects help us remember, but the most important thing is we don’t stop thinking about them“, ertönte dann plötzlich die Stimme der Großmutter, die bis eben eher teilnahmslos auf einem Schaukelstuhl gesessen hatte und jetzt mit liebevollem Blick zum Bild des Großvaters sah. Das kleine Mädchen streckte Maia einen Blumenkranz aus orangegelben Blüten entgegen und forderte sie auf, das Kunstwerk aufzusetzen und dann mit ihr eine Runde um den Schrein zu tanzen. Oliver ließ ihre Hand los. Die alte Frau schmunzelte. „That’s african marigold. The flower of the dead. It grows on tombs. But is full of life and engergy… Beautiful, don‘t you think?“ Oliver, dessen Blick Maia gefolgt waren, deren Haarfarbe fast mit der Farbe der Blume übereinstimmte, das kleine, buntgekleidete Mädchen mit dem aufgemalten Totenkopf an der Hand…, fühlte sich fast ein wenig ertappt. „Mhmh… yeah, she is“, lächelte er. Oh, redeten sie noch über die Blume?
Zitat hinzufügen Zu PDF Zitieren
Alias: Eclipse Spezies: Mutant gesucht Alter: 31 Jahre Größe: 1,68 m Zugehörigkeit: Team Arrow zum Steckbrief
#24
Ziemlich einig darüber, was sie nach ihrer Rückkehr in der Villa veranstalten würden - nämlich ein schön gemütliches Feuerchen, das ihnen nicht nur aufgrund seiner Temperatur warm ums Herz wurde - verließen sie das recht einsam gelegene Anwesen, jedoch nicht ohne, dass es noch mal fast zu einer Unstimmigkeit gekommen wäre. ”What about ... the car?” Wiederholte sie seine Worte mit einem argwöhnischen Blick, während sie den Gurt des Fahrersitzes festschnallte. Sie liebte dieses Auto, wenn er schon so anfing, dann hieß das nichts Gutes! Etwas pikiert hob sie die Brauen. ”How generous.” Dass sie ihr eigenes Auto tatsächlich behalten und sogar mitnehmen durfte! Aber auch wenn der Tonfall hörbar ironisch war, war da schon ein wenig spielerisches Funkeln in ihren Augen, da sie diese Art von Oliver mittlerweile anders zu nehmen wusste als noch vor wenigen Wochen. Well, if it makes you happy, I’ll consider it. Maybe you want to buy me one, to make sure it fulfills your aspirations for my car? But this conversation definitely reassured me, that you simply don’t know how to handle an older lady, which is why I am never gonna let you touch her steering wheel ever again.” lächelte sie, trug die Worte jedoch ziemlich trocken vor. Nur um zwinkernd ein: ”Now fasten your seat belt, I love you.” hinzuzufügen und ihm einen Luftkuss zuzuhauchen, während sie die Handbremse löste und geschmeidig schnell anfuhr. Nicht schnell und nicht modern genug. Pah! Es war ja nicht so, dass man ein älteres Model nicht auf modern aufbessern konnte, was sie schon gelegentlich getan hatte. Auch wenn sie da nicht immer die gleichen Ansprüche gehabt hatte wie die, die Oliver jetzt berechtigt im Kopf herumschwirrten. Aber ihr Comet hatte sie auch all die Jahre als Witch gut begleitet und auch da hatte es das ein oder andere Mal schnell gehen müssen.

Der restliche Weg gestaltete sich dann recht entspannt, sie mussten sich nach dem Verlassen des Willow Drives ohnehin dem Verkehr anpassen und zu dieser Zeit strömten noch einige gen Stadtmitte. Während dort bereits viele mitten in den Feierlichkeiten aufgingen. Dass es Oliver tatsächlich mehr wie ein Jahrmarkt vorkam, bestätigte sein erster Kommentar, doch den konnte die Rothaarige ihm nicht einmal übelnehmen. Sie erinnerte sich auch an ihren ersten Besuch – sie war zwar von anderen Dingen schnell überwältigt worden - aber wenn man sich mehr auf die rein menschlichen Sinne verließ, konnte der Kulturschock schon groß sein. ”Narw, I highly doubt we will, but I’d love that.” Musste sie dann doch eingestehen und himmelte ihn kurzzeitig von der Seite an, ehe sie sich – seiner Bewegung folgend – auf den Weg machten. In seinem Tempo, sodass er sich erst einmal (fürs Erste) dran gewöhnen konnte und gleichzeitig auch nichts verpasste, weil sie stumpf dran vorbei stürmten.

Weshalb Maia auch stehen blieb und Oliver den in etwas Distanz befindlichen Altar betrachten ließ. ”They await their arrival and welcome them with the things they used to love when they were alive.” Umschlang sie Olivers Arm, dessen Hand sie bereits hielt noch mit ihrem anderen und sprach verhältnismäßig leise gegen seine Schulter gerichtet. Es wirkte vermutlich erst einmal verschwenderisch... weil diese Sachen natürlich niemand wirklich nutzte. Aber wenn man darüber nachdachte, was für einen emotionalen Effekt es auf die “Trauernden” hatte, war es das nicht schon wieder irgendwie wert?
Auch Maia hatte schon wieder zum nächsten Schritt angesetzt als sie bemerkte, dass sie bemerkt worden waren. Es war Oliver anzusehen, dass es ihm befremdlich vorkam. Womöglich war er misstrauisch oder sträubte sich auch einfach nur, weil in seinem Glauben der Verlust eines geliebten Menschen etwas so Persönliches war, dass man es nicht mit Außenstehenden teilte. Aber das war der Unterschied, von dem sie hoffte, dass er ihn erkennen würde. Hier wurde nicht der Verlust zentralisiert, sondern es ging darum, die Erinnerung an die Geliebten aufrecht zu erhalten. Und bei einem so überzeugenden kleinen Mädchen konnte natürlich auch der Queen nicht “Nein” sagen!

Dabei entließ Maia ihn auch aus ihrem Griff und hielt zufrieden zuschauend eine kleine Schrittlänge hinter ihm Abstand, während er den Erzählungen des Mädchens lauschte, aber auch von den anderen Umherstehenden einbezogen wurde. Sollte sie das Gefühl bekommen, dass er sich wirklich unerträglich unwohl fühlte, würde sie ihm den Rückzug natürlich eingestehen, aber noch schien er überraschend unvoreingenommen die Eindrücke aufzunehmen, was sie mit einem liebevollen Lächeln auf den Zügen genau beobachtete. Als die Familien sich jedoch mehr zu sich zurückzogen, kehrte auf Maia wieder an seine Seite zurück, ihre Finger mit seinen verschränkend. ”You will always have your memories of them.” The good, the bad and all in between – wie man so schön sagte. Die Fotos erfüllten hier einen ganz anderen Zweck, aber um sich an jemanden zu erinnern, brauchte man sie nicht unbedingt. Und solange er sich erinnerte, würden sie nicht in Vergessenheit geraten. Was man sich eigentlich für niemanden wünschte, dem man wohlgesonnen war, oder?
Die Stimme aus dem Hintergrund brachte Maia dann dazu noch mal zur Seite zu blicken und den Worten der älteren Frau zu lauschen. Ja, genau das hatte sie sagen wollen. Statt jedoch bei der Unterhaltung zu bleiben, zog das kleine Mädchen wieder ihre Aufmerksamkeit auf sich als sie einmal an ihrem Rock zupfte und ihr dann den Blumenkranz entgegenstreckte. ”Wow, it’s beautiful, did you make this one, all on your own?” ging sie in die Hocke und betrachtete die in der Beleuchtung strahlenden Blütenblätter. Außerdem duftete er, kein Wunder, dass man behauptete die Blumen würden mit ihrem Geruch dafür sorgen, dass die Toten ihren Weg zurück in diese Welt fanden. Ein wenig geehrt fühlte sie sich schon, dass das Mädchen ihr den Kranz reichte und setzte ihn stolz auf, sodass er ihr Haupt einrahmte, während die Locken weiter offen über ihre Schultern fielen als sie sich passend zur Musik rhythmisch um die Ofrenda bewegten.

Immer mal wieder nach dem neuen Schmuckstück tastend, um sicher zu gehen, dass es nicht zwischendurch zu Boden fiel, kam Maia irgendwann zum Stehen als sie spürte, dass die Auswirkung der Einweihung ihres Bettes nun final schwand. Dabei fühlte sie zwar die leichte Präsenz der Kälte, wurde jedoch hauptsächlich von einem wohlig Warmen Gefühl eingeholt und erfüllt. Sie musste sich dieses Mal zwar keine Sorgen machen, dass sie irgendjemandem damit schaden würden, dennoch war der ankommende Eindruck immens, weshalb sie sich noch mal bei dem Mädchen und den anderen Familienmitgliedern für die Gastfreundschaft bedankte, anerkennend noch einen etwas längeren Blick auf den Fotos ließ, um den Wunsch der Angehörigen zu würdigen, dass sie nicht vergessen wurden (von wem auch immer) und wandte sich dann an Oliver. ”I think we should get going.” deutete sie mit dem Blick zurück aus dem Innenhof hinaus auf den Weg, von dem sie gekommen waren. Sie versuchte dabei nicht gestresst zu wirken, doch ein wenig Anspannung kam durchaus durch als sie nur ihm zugewandt stand. Diese löste sich jedoch sofort wieder als sie wieder mehr im allgemeinen Trubel angelangten. Es machte die auf sie wirkenden Eindrücke nicht geringer und doch konnte sie so in der Menge “allein” mit Oliver einfacher damit umgehen als wenn mehr Aufmerksamkeit auf ihnen lag. Einen Moment stand sie ihm einfach zugewandt und nah, die Augen geschlossen und atmete ruhig durch, wobei auf ihrem Gesicht deutlich der Unterschied zu sonst zu erkennen war, denn ihre Mundwinkel waren leicht nach oben gezogen und von Schmerz war keine Spur. ”Even if it’s nice, it can be a little overwhelming.” Erklärte sie dann wieder mit geöffneten Lidern, den Blick über die Umgebung der feiernden Gesellschaft schweifen lassend, wobei ihre Augen einen leichten Schimmer angenommen hatten. Gerade wenn man sich mitten drin befand und es einen dann auf einmal erwischte. In der Regel kam sie hier in voller Kontrolle über ihre Fähigkeiten an und näherte sich dem Spektakel langsam und kontrolliert.

Aber jetzt, wo alles so war, wie sie es kannte, wollte sie eigentlich gar nicht so viel Zeit vertrödeln und da anknüpfen, wo sie aufgehört hatten. In etwa. ”Come on, I want you to meet someone.” schmunzelte sie mit einem gelösten Lächeln und vielleicht ein wenig herausfordernd. Sie mussten dafür zwar ein wenig gehen, weil Maia ein bestimmtes Ziel vor Augen hatte, doch als sie durch die Tore des St. Patrick Cemetery No. 2 getreten waren, wurden ihre Schritte erst einmal wieder zielloser. Der sonst so ruhige Ort war von Kerzen strahlend hell erleuchtet, Blumen-Arrangements und weitere Dekorationen fanden sich an jeder Ecke. Es war so bunt, dass man es mancherorts mit einem geschlossenen Auge vielleicht eher für einen Kindergeburtstag gehalten hätte. Hier fanden sich viele Menschen ein, die an den Gräbern ihrer Liebsten standen, sie mit der gleichen Blume schmückten, die noch immer Maias Haar zierten. Und nach einigen weiteren Schritten, ertönte erneut eine Stimme, die in ihre Richtung hallte. ”Ah, mi candela.” Trat eine ältere Frau mit Sonnenbrille und Gehstock auf das Paar zu. ”Abuela,” grüßte Maia sie zurück. Natürlich war es nicht ihre Großmutter, aber sie hatte ihr bei ihrem ersten Aufeinandertreffen vor einigen Jahren gesagt, dass sie jeder aus der Nachbarschaft so nannte. ”I thought you weren’t coming this year, I’m glad I was wrong.” Als die Frau sie erreichte, legte Maia eine Hand an ihren Oberarm und neigte sich für eine sachte Umarmung näher an die noch etwas kleinere Gestalt. Für jemanden aus Maias vergangenen Tagen eine äußerst liebevolle Geste. ”You look gorgeous tonight.” Lächelnd löste sich Maia aus der Umarmung und konnte sich ein stichelndes ”How are you supposed to know?” nicht verkneifen, drehte sich zu Oliver, um ihm mit einer Geste zu bestätigen, was er ohnehin wohl erkannt haben würde. Abuela war blind. ”Losing a sense makes you rely more on all the others, dear – his heartbeat tells me, he thinks you do!” Hob sie ihren Gehstock und tippte Oliver damit gezielt kurzerhand auf die Brust. ”Finally you are not attending this joyous day alone anymore. It was such a shame, next year I would have called mi nieto in Florida to set you up. He finally got divorced from this dragon.” Ein wenig die Lippen auf einander pressend, schmunzelte die Mutantin in Olivers Richtung. Abuela war für ihr Alter nicht gerade auf den Mund gefallen, was Maia aber auch besonders an ihr gefiel. ”Happy to hear that.” bestätigte sie also, dass sie sich für die neugewonnene Freiheit ihres Enkels mit ihr freute. ”Why don’t we pay José a visit?” reichte sie Abuela ihren Unterarm und legte die Hand der Älteren darauf, um sie zu geleiten, während diese den Weg vorgab. Mit einem warmen Lächeln Oliver darum bittend, ihnen zu folgen.

Sie stoppten an einem der üppig geschmückten, überiridischen Gräber, an dem ein Mann – etwa im Alter von Olivers Mom – und seine Frau dem Paar freundlich grüßend zunickten und ihnen dann den Platz zugestanden, um selbst weiterzuziehen. Dazu nahmen sie sich jeder ein Stückchen Gebäck aus einem großen Korb, der am Fuße des Grabs stand. ”How long does it take you to bake all these?” schmunzelte Maia mit einem Blick auf die Pan de Muertos und entlockte Abuela damit ein kesses, fast schelmisches Lachen. ”Ay! Mi José always claimed they were too salty, ‘too salty, bella.’ He said, every single year. But I kept making them the same way and one year he stopped complaining, so the next, I doubled the amont of salt in ‘em, just to hear it again. Hahaha! And yet, they were all gone at the end of the night.” Dabei strahle sie über das ganze Gesicht. Es warf ein ziemlich deutliches Licht auf die Beziehung der beiden, die sich offensichtlich gerne mal geneckt hatten. ”I don’t care how long it takes, as long as they keep bringing us all together.” Ein wenig Oliver beobachtend, sprach Maia weiter an die ältere Frau gerichtet. ”Yeah, I can feel that.” Mit einem leichten räuspern, klärte sie ihre Kehle und wollte weitersprechen als Abuela ihr zuvorkam. ”Candela, no tears, I mean you can’t hide ‘em from me anyways, but you’re here with the man you love, sí?” Ein wenig ertappt wandte sie den Blick ganz zu Ollie ab und wischte sich unterhalb der Maske kurz über die empfindliche Haut der Wangen. Obwohl sie nichts sah, konnte man vor ihr fast nichts verbergen, es war wirklich schlimm! ”I call her candela, because she radiates this lovely warmth around her, wherever she goes. Just like a candle. That guides the living through the dark and our dead ones back to us.” sprach Abuela dann an Oliver gewandt. So konnte wirklich nur jemand über sie denken, der den Tag der Toten mit voller Überzeugung und ganzem Herzen feierte. ”Well, my love is new to all of this and I wanted him to see for himself. Not just to hear what I tell him, but to see with his own eyes, maybe to feel it the same way we do. Even ...just a little spark?” Dabei legte sie eine Hand auf Abuelas, die auf ihrem Gehstock ruhte und hielt Oliver die andere einladend, vielleicht etwas bittend hin. Er würde schon verstehen, wovon sie sprach. Dadurch, dass Abuela ohnehin nichts sah, würde sie vom Einsatz von Maias Kräften nicht auf die gleiche Weise überrascht wie andere. Für alle anderen war es hier zu überladen, um überhaupt etwas klar zu erkennen. Außerdem brauchte sie nur einen Funken von dem, was Abuela fühlte, um ihn an Oliver weiterzugeben. Das würde sie kaum spüren. Die Mutantin würde es ja gerne mit ihren eigenen Gefühlen machen, doch das funktionierte so nicht. Sie wusste wie ungern Oliver sich manipulieren ließ und sie würde es verstehen, wenn er sich in diesem für ihn unbekannten Terrain nicht mit etwas Nettem ablenken lassen wollte. Aber gleichermaßen lag es ihr auch unheimlich am Herzen, mit jemandem einmal zu teilen, wie sie die Welt wahrnahm. Wirklich in ihre Welt einzuladen. Nur vorübergehend und wenn dann natürlich, wenn es ausnahmsweise eine gute Erfahrung war. Am liebsten wäre ihr das selbsterklärend mit Oliver.
Zitat hinzufügen Zu PDF Zitieren
Alias: Green Arrow Spezies: Mensch gesucht Alter: 32 Jahre Größe: 1,85m Zugehörigkeit: Team Arrow zum Steckbrief
#25
Oliver war dann - vorerst – nicht weiter auf das Auto-Thema eingegangen. Wenn er Maia einen Zweitwagen besorgen durfte, war das völlig in Ordnung für ihn. Nur als sie ausstiegen, hatte er sich dann doch neckend nicht verkneifen können, wofür genau er sich hatte anschnallen sollen.
Der Día de los muertos erwartete sie mit einer jahrmarktähnlichen Atmosphäre. Dass Maia sich über ein Riesenplüschtier gefreut hätte, überraschte ihn dann doch ein wenig. Aber warum eigentlich? Weil sie beide meist zu ernst waren, um das ganz normale Leben wie 0815-Pärchen zu feiern?

Normal war heute aber trotzdem mal wieder nichts. Für ihn zumindest. Und doch ging er fast zwischen den ganzen anderen Touristen unter. In New Orleans bzw. in dieser Nacht wurden sie auch nicht überall aufgrund ihres Bekanntheitsgrades angesprochen. Weil die Menschen heute für etwas anderes hier waren.
Der Queen ließ sich von Maia und einer Familie ein bisschen mehr über den ‚Sinn‘ des Festes erklären. Erinnerungen an Menschen mochte etwas Kostbares sein, ja. Und es gab so viele(s) für die/das Oliver dankbar war. Nur kämpfte er nach wie vor mit den negativen Überlagerungen…
Trotzdem fiel es ihm heute ein bisschen leichter sich auf andere Dinge zu konzentrieren. Sich z.B. von Maia, die mit dem kleinen Mädchen um die Ofrenda tanzte, ablenken zu lassen, anstatt nur dem bittersüßen Schmerz der Verlusterinnerungen nachzuhängen.

Die Rothaarige schien weiterziehen zu wollen. Dass sich etwas verändert hatte, konnte er recht schnell erkennen und nickte dementsprechend bereitwillig. Sie verabschiedeten sich und kehrten Hand in Hand in den allgemeineren Trubel zurück.
Als Maia wieder innehielt, blieb Oliver ebenfalls stehen, sie beide ein wenig vom Rest des Tumults abschirmend. Das war einer der wenigen verletzlichen Momente von Maias Mutation… Oliver konnte nur versuchen nachzuvollziehen, wie es sein musste, wenn man plötzlich von Gefühlen anderer überflutet wurde… Vor allem, wenn die bis eben ausgeschaltet gewesen waren und einen nun eben gleich eine ganze Menschenmasse umgab…
„I bet it can“, nickte er also verständnisvoll, auch wenn es gut tat zu sehen, dass Maia sich nicht unter der Welle krümmen musste, sondern ein sachtes Lächeln auf ihren Lippen lag.

Sie wollte auch nicht etwa zunächst Abstand suchen und sich langwierig sortieren, sondern schien voller Tatendrang. So ganz konnte Oliver sich trotzdem nicht dagegen erwehren leicht misstrauisch verhalten dreinzusehen, als sie ihm jemanden vorstellen wollte. Wer könnte das sein?
Er folgte ihr durch die Tore des St. Patrick Cemetery. Der Gedanke, dass sie vielleicht auf ein Grab zusteuern könnte, kam kurz in ihm auf, war aber doch irgendwie – gerade aufgrund ihrer Kräfte – etwas grotesk. So wie der ganze Friedhof für ihn gerade. Kerzen war das eine, so viele Farben und laute Menschen dagegen, das war… nicht gerade das, was er kannte, der höchstens mal mit schwerem Herzen vor selbst geschaufelten Gräbern auf Lian Yu gekniet oder die Gedenkstätte für seinen Vater auf Queen Mansion mit leisen Entschuldigungen besucht hatte…

Eine alte Frau war wohl ihr Ziel. Die in der Nacht eine Sonnenbrille trug und sich mit einem Stock voran tastete. Ihr schien also das Augenlicht zu fehlen… Auch wenn Oliver kein Spanisch konnte, waren manche Brocken allgemein bekannt. Dass es sich nicht wirklich um Maias Großmutter handelte, war ihm bewusst. Trotzdem legte sich ein kleines Lächeln auf seine Lippen. Weil er sich freute, dass sie vielleicht doch hier und da in New Orleans Kontakte gehabt hatte, denen sie nicht nur als verbitterte Witch oder Fakelächel-Bonnet begegnet war…
Dass die Alte jedoch durch den ganzen Trubel seinen Herzschlag wahrzunehmen schien, war doch wieder ein wenig beunruhigend. Sie war aber kein übernatürliches Wesen, oder? Nur eine betagte Dame, die Intuition mit anderen Sinnen verband… „I’m sorry I have to disappoint your nephew“, schmunzelte er. „Then again... not really." Aber Maia würde eben mit niemandem mehr verkuppelt werden.

Allgemein schien Abuela mit einem recht frischen Humor beseelt. Oliver versuchte sich seine Mutter so am Grab seines Vaters vorzustellen, scheiterte jedoch kläglich. Sie hatte zwar betont, dass sie seinen Dad geliebt hatte, aber nach all dem, was er kürzlich erfahren hatte und wenn er sich nun ansah, wie Abuela über ihren José scherzte, war er sich sicher, dass die Beziehung seiner Eltern anders gewesen war. Deshalb nicht unbedingt schlechter, aber… er war eben auch mit einer ganz anderen Art von Umgang mit dem Leben – und dem Tod – aufgewachsen…
Der Queen war für seine Verhältnisse recht still, sah jedoch wieder zu Maia, als sie versuchte ihre Tränchen zu verwischen. Irgendwie war das ein ganz neuer Einblick. Ihre positiv-traurige Nähe zu Menschen… Nicht misstrauisch, nicht abweisend, nicht nur von Schmerz, Leid und Wut überschwemmt… Auch Abuelas Beschreibung war geradezu als würde sie von einer anderen Person sprechen. Zumindest könnten das einige so sehen. Oliver kannte Maia besser, kannte auch die warme, mitfühlende Seite von ihr. Sie konnte beides. Sogar ohne nur die Gefühle anderer zu reflektieren… Auch wenn ihm das hier mal wieder zeigte, wie stark die Wahrnehmung von Maia doch von einem selbst beeinflusst werden konnte… „Yes… She’s been my light, too. More than once“, gab er ungewöhnlich offen für seine Verhältnisse einer Fremden gegenüber zu. Allein aus der Hölle hätte er ohne Maia nicht zurückgefunden…

Was die Rothaarige dann sagte, sorgte jedoch wieder dafür, dass etwas in dem Vigilante blockierte. Er war nun mal gerne Herr seiner Sinne. Redete es sich ein, auch Herr über seine Gefühle zu sein. Sie waren hier unter so vielen Menschen… Wäre es da nicht unverantwortlich sich auf ein ‚Experiment‘ einzulassen? Sich auch nur irgendwie… ‚manipulieren‘ zu lassen? Wenn es um rein körperliche Herausforderungen ging, musste man ihn selten zweimal bitten. Wenn er sich selbst seinen Dämonen stellen musste, war das schon deutlich schwieriger... Wenn es sein musste jedoch machbar. Aber das hier? Er war sich nicht sicher, ob er bereit für sowas wäre. Nicht mal unter vier Augen…
Aber wie war das gewesen, die eigene Komfortzone zu verlassen? Und etwas in Maias Blick wirkte fast bittend. Nicht fordernd, aber… es war ihre Art ihn sie besser verstehen zu lassen...

Es vergingen ein paar Sekunden, ehe er sich doch aufraffte. Weil er ihre Hand immer ergreifend würde. Selbst wenn das bedeutete, entgegen der eigenen Blockaden zu arbeiten und ihr… zu vertrauen. Maias Finger fühlten sich warm an. Als würde das, was sie fühlte, auch ihre Körpertemperatur beeinflussen. Waren Emotionen den Tod betreffend nicht immer kalt?
Es breitete sich langsam in ihm aus. Wärme. Liebe. Freude. Es waren nur Abuelas Gefühle, nicht ihre Erinnerungen. Aber gerade deshalb halfen diese Emotionen sie mit eigenen Erlebnissen verlorener Freunde zu verknüpfen. Olivers Blick war auf Josés Schrein gerichtet und doch… sah er in seinem Herzen etwas ganz anderes.
Zugleich verstand er ein bisschen besser, was Maia meinte, wenn sie erklärte, dass sie sondieren konnte, was Ihres war und was nicht. Er konnte die Gefühle wahrnehmen und sein Körper reagierte dementsprechend instinktiv darauf, aber er wusste zugleich, dass sie nicht von ihm kamen. Dass sie vielleicht weckten, was davon er selbst in sich trug, aber es war anders als wenn Maia z.B. seine eigenen Emotionen schlicht verstärkte.

Eine Weile blieben sie nur dort stehen, wechselten ein paar wenige Worte, gaben sich mehr dem hin, was sie fühlten, als es verbalisieren zu müssen… Und natürlich bestand Abuela darauf, dass auch sie sich etwas vom Pan de muertos nahmen. Was echt salzig schmeckte, aber... vielleicht hatte Oliver auch einfach schon wieder Hunger.
Als nochmal andere dazukamen und die Alte ein paar Worte mit ihnen wechselten, machte er mit Maia ein paar Schritte vom Grab fort, jedoch ohne komplett aus dem Trubel verschwinden zu können. Oder auch nur zu wollen. Sie hatte es einen Funken genannt und auch wenn sie nicht mehr von Abuelas Gefühlen beeinflusst wurden, hatte dieser Funken gereicht, um Oliver ein bisschen auf andere Art und Weise in sich horchen zu lassen.
Was ihn dann aber irgendwie auch nachdenklich werden ließ. Den Blick, der eben noch über das bunte Treiben geschweift war, kehrte nun zu Maia zurück. „I think I was wrong earlier today…“, murmelte er dann. „I told you all I feel connected to death is pain, remorse, hatred…“ Weil diese Gefühle nun mal laut waren und gerne alles andere überdeckten.

„But that’s not all of it… Actually it changed a few weeks ago. I should have recognized it when I went up to face Faris on the rooftop.“ Ob sie verstand, worauf er hinaus wollte? Oliver hatte seine Hand noch immer mit ihrer verschränkt, zog sie nun wieder so vor sich, dass sie zu ihm aufsehen musste. „Whenever I feel a glimpse of death now,… I feel you, too.“ Als sie die Menschen dort unten den gefühlten Tod hatte erleben lassen, hatte etwas in ihm sich gut angefühlt, je näher sie ihm gekommen war. Und das war kein ungesundes Verlangen nach Morden oder so, nein, im Gegenteil… Es waren seine Gefühle für Maia.
Er zog sie näher, sodass ihre Hände entweder auf seiner Brust oder in seinem Nacken Platz finden mussten. „Maybe everything else is too loud.“ Oder wie sie vorhin gesagt hatte, overwhelming. Er würde das verstehen. Wenn man überflutet wurde von Gefühlen, dann nahm man vor allem die vorherrschenden wahr. Und wenn sie trainiert hatten, hatte sie sich auf einzelne negative Gefühlspakete konzentrieren müssen. Aber jetzt… Gerade in dieser Atmosphäre würde er es vielleicht schaffen, sich auf etwas anderes zu konzentrieren – und ihr damit den Zugang dazu in all dem Chaos auch erleichtern. Vor allem, weil er selbst jetzt erst verstand, dass eben alles verbunden war, er diese Emotionen für Maia eben irgendwie auch mit jeder Begegnung vom Tod verband… „But if you wanna take a look…“ Er befeuchtete leicht seine Lippen. Irgendwie war es abstrus. Sie kannte seine schlimmsten Schwächen und doch fühlte er sich jetzt fast noch verletzlicher, wenn er ihr Zugang zu seinen positiven Gefühlen gewährte. Dass er sie liebte, hatte er schon so oft ausgesprochen, mittlerweile. Aber wenn sie wollte, konnte sie diese Gefühle sogar wahrnehmen.
Sein Blick blieb nochmal auf dem Blumenkranz hängen. „Thanks, for letting me in.“ Auch wenn es so gesehen nicht Maias Gefühle gewesen waren, sondern Abuelas, aber eben doch irgendwie Maias Welt, wie sie sie wahrnahm und das hatte den Austausch zwischen ihnen nochmal auf andere Art und Weise intensiver gemacht. Weil sie ihm zwar schon viel erzählt hatte, aber die Welt durch ihre Augen zu sehen bzw. wie sie zu fühlen, eben doch nochmal etwas anderes war.
Zitat hinzufügen Zu PDF Zitieren
Alias: Eclipse Spezies: Mutant gesucht Alter: 31 Jahre Größe: 1,68 m Zugehörigkeit: Team Arrow zum Steckbrief
#26
Auf dem Friedhof angekommen – der gar nicht an die Bilder ihrer bisherigen Friedhofsauflüge erinnerte – blieb Maia eng bei Oliver, gab ihm aber auch die Zeit die verschiedenen Eindrücke auf sich wirken zu lassen. Zum Beispiel indem sie ihn nicht zwangsläufig direkt ansprach und in die Unterhaltung mit der für ihn Fremden, die auch noch ohne jeden Mucks seine Anwesenheit registriert hatte, einbezog. So ließ sie Abuela erzählen und das tat sie für ihr Leben gern. Nur an einer Stelle konnte Oliver dann doch nicht ganz den Mund halten, was Maia mit einem leichten Schmunzeln auf den Lippen zu ihm herüberblicken ließ. Ja, sie gehörte ihm. Nur ihm. Mal davon abgesehen, dass jeder Verkupplungsversuch früher zum Scheitern verurteilt gewesen wäre. Da konnte auch ein schönes Fest, das sie zwar für Zuneigung empfänglich machte, aber nur einmal im Jahr stattfand nichts ändern. Und jetzt hatte sie ohnehin etwas viel Besseres.

Dann beteiligte sich Oliver wieder als sich Abuela direkt an ihn wandte und erklärte, weshalb sie Maia nannte, wie sie sie nannte. Die Rothaarige hatte es bisher selbst nicht gewusst, es aber auch nie hinterfragt. Denn auch wenn sie gerade sehr herzlich wirkten – was wohl eher aus dem Austausch der Emotionen lag – hatten sie nie tiefgehende oder persönliche Gespräche geführt. Nun ja... zumindest Maia nicht über sich, die hier lebenden Menschen waren schon sehr offen und gesprächig. Ebenso wie Oliver plötzlich überraschender Weise. Dass er gegenüber ihren Freunden oder seiner Familie schon mal ein positves Wort über sie über die Lippen brachte, war nicht unbedingt außergewöhnlich, wenn auch gleich er nicht dazu tendierte aus heiterem Himmel in Liebesschwüren zu schwärmen. Aber hier, an diesem für ihn doch eher stark negativ belasteten Ort? (Friedhof + New Orleans!) Gegenüber einer ihm unbekannten Frau? Färbte die Atmosphäre etwa auf ihn ab? Auch diese Worte bedachte Maia mit einem verliebten Lächeln, formte stumm mit ihren Lippen, dass es ihr mit ihm genauso erging und führte dann seine Hand an sie, um einen flüchtigen Kuss darauf zu hauchen. Wie oft hatte er ihr schon Licht, Wärme oder Führung gespendet, wenn sie auch nur eines davon dringend benötigt hatte. Selbst wenn es ihr selbst zu dem Zeitpunkt nicht bewusst gewesen war oder sie es nicht hatte einsehen wollen.

Es lief gut. Es lief sogar sehr gut, dafür, dass sie bei der Unterhaltung im Flugzeug noch in Erwägung gezogen hatte, allein her zu kommen. Er schien sich irgendwie doch, wenn auch noch etwas verhalten, auf die andere Kultur einlassen zu können. Er musste sie ja nicht gleich übernehmen, aber dass er sich ihr nicht gänzlich verschloss, stimmte die Mutantin so optimistisch, dass sie noch einen Schritt weitergehen wollte. Sie wollte nicht nur, dass er sah, was sie ihm zu zeigen versuchte. Oder auch von anderen hörte, was sie ihm über diesen Tag erzählt hatte. Sie wollte, dass er es auch fühlte... dass er sie verstand. Nicht weil es ihm genauso ging, sondern weil er gewissermaßen mal in ihrer Haut steckte. Dass ihm das nicht leichtfallen würde, hatte sie erwartet. Oliver brauchte all seine Sinne bei sich und zog vieles, was er für sein Tun benötigte, aus Wut. Und es war nicht nur für ihn eine fremde Umgebung, sondern sie befanden sich hier auf dem Präsentierteller... besonders für den Voodoo-Clan. Da konnte eine unaufmerksame Sekunde schon von großem Nachteil sein. Natürlich befand sich Maia ständig in einem Umfeld, in dem sie von anderen Gefühlen umgeben – und ja, auch manchmal beeinflusst – wurde, aber sie wusste auch, dass sie damit ab einem gewissen Alter großgeworden war und es für sie zur Normalität gehörte.

Dass Oliver also zögerte, was bei den verstreichenden Sekunden und an seinem Blick für sie deutlich zu erkennen war, konnte sie also nachvollziehen. Auch wenn sie nicht verhindern konnte, dass etwas von der Hoffnung aus ihren Augen schwand und es sie ein wenig traurig stimmte. ”It’s okay, maybe next year,” brachte sie verständnisvoll über die Lippen, fügte dann, um noch etwas mehr Druck herauszunehmen, hinzu: ”or another.” Was sie ihm zeigen wollte – zumindest in dieser Intensität - war nun mal auf dieses Fest beschränkt. Wobei sie nicht umher kam selbst herauszuhören, dass ihnen mit ihren aktuellen Herausforderungen ein nächstes Jahr vielleicht gar nicht mehr so sicher war. Geschweige denn ein darauffolgendes.
Was es auch war, seine eigene Überzeugung, dass er sie nicht enttäuschen wollte oder er auch fürchtete, dass er ihr diesen Gefallen nicht wann anders tun konnte, er entschied sich schließlich doch dafür ihre Hand zu ergreifen, was sie kurz den Blick darauf senken ließ, nur um dann wieder seine im Kerzenschein schimmernden Augen zu suchen. Sie fragte nicht noch einmal nach, ob er sich sicher wäre. Nicht, weil sie fürchtete er könne doch noch einen Rückzieher machen, sondern weil sie ihm ansehen konnte, dass er gründlich abgewogen hatte. Also schloss sie ihre Augen, um sich mehr auf das Gefühlte zu konzentrieren, zwackte Abuela nur ein winziges Bisschen ab, sodass sie es kaum merken würde und nährte es auch nur selbst auf ein angenehmes Maß heran, um Oliver nicht direkt so sehr zu überfluten, wie es dieser Ort mit ihr tat.
Abuelas Hand losgelassen, konzentrierte sie sich nur noch auf Oliver und darauf, das angenehme Gefühl behutsam und langsam seinen Weg in sein Inneres finden zu lassen.

Es war beruhigend zu sehen, dass er sich auch auf das, nun da sie es hinter sich gebracht hatten, auch einlassen konnte. Er sich nicht gegen das wehrte, was er fühlte. Selbst das hätte sie verstanden, wenn der Kopf und die Gefühlswelt konträr zueinanderstanden und man es nur schwierig verarbeiten konnte, konnte es schon mal zu heftigen Reaktionen kommen. Sie hatte es selbst erlebt. Früher. Dann jedoch war es hilfreich, dass Oliver wusste woher diese Gefühle kamen, er vermutlich geahnt hatte, was ihn in etwa erwartete und ihm das, was Liebe in einem auslöste, trotz jeden dunklen Parts seiner Vergangenheit einfach nicht fremd war. Nachdem sie ihm also einen Moment gegeben hatte und sie wieder ins Gespräch gekommen waren, fragte sie ihn danach, woran er nun dachte und als Abuela anderweitig in ein Gespräch verwickelt war, ob er ihr etwas über die Menschen erzählen wollte an die er nun dachte. Einige hatte er in ihrer gemeinsamen Zeit mal grob erwähnt, aber da sie eben oft in einem negativen Zusammenhang standen, tat er sich schwer damit, über sie zu reden. Doch noch mal an das Thema “in Erinnerung zu bleiben” anknüpfend, hakte sie nach und hoffte, er würde ihr vielleicht ein paar schöne Dinge über diese Menschen erzählen. Sie sich selbst wieder mehr vor Augen holen, um sich auch später noch daran zu erinnern. Zum Beispiel über das asiatische Mädchen.

Der starke Effekt durch den Umschwung war bereits nach kurzer Zeit wieder abgeklungen, sodass sich seine Stimmung irgendwann mit eigener, durch die Hormonausschüttung begünstigte, Entspannung einpendelte. Und das ganz ohne, dass sie in der Zwischenzeit angegriffen und irgendetwas unheimlich schiefgelaufen war! Das konnte man aktuell durchaus als Erfolg verzeichnen. Deshalb folgte sie Oliver auch mit einem durchweg zufriedenen Lächeln als sie sich etwas von den anderen absetzten, auch wenn sie ihn etwas fragender anblickte als er so nachdenklich dreinblickte. Hatte er gerade gesagt, er hätte falsch gelegen? Oh wie gerne sie ihm das gerade unter die Nase gerieben hätte, wenn er nicht so ernst dabei aussehen würde. Als er jedoch fortfuhr, war sie sich nicht ganz sicher, was er bezweckte. Und wo er glaubte falsch zu liegen, schließlich... wenn sie etwas über ihn wusste, ohne, dass er es sagen musste, dann, was er in Bezug auf den Tod fühlte? Nun war der fragende Ausdruck auf ihrem Gesicht noch intensiver.

Aber er fuhr fort und zog sie noch näher an sich, sodass sie gar keine andere Wahl hatte als den Kopf weiter in den Nacken zu legen. Was er neben all den negativen Emotionen fühlte, wenn er an den Tod dachte, oder ihn spürte,… war sie? Ihr Ausdruck wurde zwar deutlich weicher, aber ein paar Fragezeichen waren darin sicher noch zu erkennen. Das musste sie kurz drüber nachdenken. Sie erinnerte sich noch genau an das Szenario von dem er gesprochen hatte. Gott, wie wütend war sie auf ihn gewesen, dass er sie für Zuleika hatte sitzen lassen und trotzdem hatte sie nicht anders gekonnt als ihm zu helfen. Das erste, aber eben auch das zweite Mal über den Dächern Star Citys. Aber dort hätte er es fühlen müssen? Bzw. Gefühlt aber noch nicht richtig verstanden?
Als er sie dann erneut näher zog, rutschten ihre Hände auf die Jacke über seiner Brustpartie, aber das verliebte (und zugleich geschmeichelte) Schmunzeln konnte sie nur sehr schwer verbergen, selbst wenn sie für einen kurzen Augenblick den Kopf etwas senkte. Nur um ihn wieder an zu sehen als er das sagte, was Maia auch dachte. Vielleicht war alles andere zu laut. Wie die Prise Salz die eigentlich in jedes Süßgebäck gehörte und doch nicht herauszuschmecken war (außer man übertrieb es, wie Abuela). Was sie dann aber vielleicht noch etwas mehr überraschte als die bloße Aussage, war das Angebot sich selbst davon zu überzeugen.

Selbst die Lippen aufeinander pressend, schob sie ihre Hände weiter nach oben an die Seiten seines Halses sodass sich nur die Spitzen ihrer Finger überkreuzten und konnte einen instinktiven, prüfenden Blick in ihre Umgebung nicht verhindern, ehe sie ihm wieder in die Augen blickte. Eindringlich. Dieses Mal musste sie fragen: ”Are you sure?” War er. Er hatte vor ihr (in seinem Inneren) nichts zu verbergen und allein der Gedanke daran trieb ihr eine leichte Gänsehaus über die Arme. Dieses Mal konnte sie es sich mit der Vertuschung des Einsatzes ihrer Kräfte wenigstens leicht machen, indem sie Oliver einfach zu einem Kuss an sich zog und die Augen schloss. Dadurch fielen sie nicht im Geringsten auf, sie waren nur ein verliebtes Paar. Keine Vigilantes, die dadurch ihre Schwäche für den jeweils anderen präsentierten und ja, man konnte – wenn man wollte – erkennen wer sie waren. Oliver war nicht verkleidet und auch Maia war nicht maskiert genug, um sich gewollt zu verbergen. Und wenn das nun jemand festhielt, dann würden sie damit wenigstens noch ihre Schwiegereltern ärgern können!
Ganz so einfach zu finden war das, wovon er sprach, tatsächlich nicht. Denn es war schwierig etwas erfüllende, wohlig warme Liebe zu finden, wenn viel feuriger und ebenfalls warmer aber aufbrausender Zorn vorhanden war. Und doch, jetzt wo sie wusste, wonach sie suchen musste, konnte sie es nach kurzer Zeit differenzieren und löste mit einem Lächeln auf den Lippen den Kuss erneut. Entfernen tat sie sich dennoch vorerst nicht, sondern sah ihm über die kurze Distanz einen Moment einfach nur träumend in die Augen. Ein wenig schmunzeln musste sie schließlich doch. ”Who would have guessed that? You had it in you already, all the time.” Das, was sie ihm über die Gefühle über den blanken Tod hinaus hatte näher bringen wollen. Natürlich lebte sie noch und es war nicht ganz das, was die Essenz des Feiertags traf, wenn man es genau nahm. Aber es war dennoch ein Fortschritt. ”And you wanna know what that means?” flüsterte sie ihm neckisch entgegen. ”Exhilaration-training.” Hob sie vorfreudig die Brauen, das würde mal eine ganz andere Art von Training werden. Kämpfen im Liebesrausch, ohne sich davon einlullen zu lassen. Egal wie sehr sie ihn damit überflutete. Oh, das könnte spannend werden,… wenn sie sich damit nicht vorher selbst ins “Glücks-Aus” schoss.

Seinen verträumten Dank konnte sie ebenfalls erst nur warm lächelnd entgegen nehmen, hielt die ganze Zeit dabei den Blickkontakt aufrecht, auch wenn er kurz auf den Blumenkranz auf ihrem Kopf gewichen war als sie sich wieder leicht auf ihre Füße hatte sinken lassen. ”Yeah, thank you, too.” Erwiderte sie es nicht nur aus Höflichkeit im sachten Flüsterton, sondern weil er sich überwunden hatte und... sie ja gewissermaßen wirklich “hinein” lassen musste. ”Thanks for letting me show you and... for not being afraid.” Vor ihr. Vor dem was sie konnte, was es in ihm – neben dem einen Positiven – eben sonst noch auslöste, wenn sie sich nicht bewusst abschottete. Wie ernst sie das meinte und wie wichtig es ihr war, das mal gesagt zu haben, konnte er vermutlich an ihren Augen ablesen.
Kurz darauf nahm sie schräg hinter Oliver Abuela war, sie unterhielt sich jedoch nicht entspannt mit jemanden, sondern ein jüngerer, dunkelhaariger Mann – vielleicht aus ihrer Familie? - stand ihr gegenüber und erzählte ihr etwas. Angeregt, wenn sich die Mutantin nicht täuschte und dann deutete er auch noch mit der Hand auf Oliver und sie? Öhm, was? ”Oliver,” Da kam dann doch wieder recht schnell Misstrauen auf, das ihren Puls in die Höhe pushte und dadurch, verdrehter Weise, so ziemlich jeden hier nur noch entspannter und glücklicher machte. Außer Oliver. Mit einem kurzen Nicken lenkte sie seinen Blick, da fiel der von Abuela schon in die Richtung des Pärchens. Sie wies ein paar um sie herumstehende Personen an, sich ihr anzuschließen und kam in einem recht ruhig anmutenden Tempo auf das Paar zugetreten, das zumindest innerlich seine Aufmerksamkeit gerade intensiv pushte. ”Mr. Queen,” wandte sie sich an Oliver, okay, offensichtlich hatten die umliegenden, nicht blinden Gäste die ältere Dame über ihre Identitäten aufgeklärt. Soweit so... neutral. ”mi candela,” fuhr sie auch an Maia gerichtet fort und... nutzte noch immer den liebevoll gemeinten Spitznamen. ”In some cases a visual sense can be pretty helpful, like with identifying someone you probably should recognize.” begann sie einleitend mit ein wenig Selbstironie. ”Jonah told me about you and what you are trying to establish in Star City, for people like us.” Oookay. Maia ließ sich nichts anmerken, war aber irgendwie eher davon ausgegangen, dass diese in sich ruhenden und positiven Personen nur Menschen sein konnten. Hatte sie damit falsch gelegen? ”We’re not the strongest assembly, when it comes to this community, that’s for sure. Not with money, influence or even power. But I can assure you one thing: As long as one of us is still walking this ground, you have people to turn to, when the times turn dark.” Maia war sichtlich ergriffen von den Worten, für Oliver musste es noch merkwürdiger sein, immerhin kannte er sie noch weniger. Aber scheinbar schlug das, was sie erreichen und umsetzen wollten, hohe Wellen. Abuela konnte ihnen vielleicht nicht in die Augen blicken, doch die Gruppe von etwa 10 Personen, die sich dabei hinter ihr befand, tat es und nickte überzeugt zustimmend, obwohl sie mit manchen von ihnen noch nie ein Wort gewechselt hatte. Nicht mal in den vergangenen Jahren. ”In these cases, candela will find the way.” Hä? Was? Wie? Sie hatte bisher alle immer nur an diesem Friedhof und an diesem einen Tag im Jahr angetroffen. Wie sollte sie auch nur einen von ihnen wiederfinden? Und doch war es eine ganz andere Sache, die ihr dann zuerst über die Lippen rutschte. ”We’re very grateful for such a pledge, but...” ein wenig irritiert suchte sie Olivers Blick, hoffte an ihm zu erkennen, was er gerade dachte. ”What exactly do you mean by ‘Not the strongest assembly in this community’?” Gab es noch andere Mutanten-/Meta-/Whatever Gruppierungen hier in der Stadt? Sprach sie vielleicht von einer Gruppe der Bruderschafts Mutanten, um die sie sich besser noch während ihres kurzen Besuchs kümmern sollten? Oder... hatten sie gar Informationen über den Voodoo-Clan?
Zitat hinzufügen Zu PDF Zitieren
Alias: Green Arrow Spezies: Mensch gesucht Alter: 32 Jahre Größe: 1,85m Zugehörigkeit: Team Arrow zum Steckbrief
#27
Eigentlich war es doch eher ungewöhnlich, dass Oliver sich nicht nur auf ein Fest an sich einlassen konnte, sondern auch noch dort vor Ort, mitten zwischen so vielen Menschen, gewissermaßen ein sozial-emotionales Experiment wagte. Das hätte er mit Sicherheit nicht für jeden getan. Aber er hatte Maia schon so oft über ihren Schatten springen lassen. Da musste er eben auch mal etwas zurückgeben. Außerdem konnte er ihr sowieso nur schlecht etwas abschlagen. Vor allem, wenn er merkte, dass sie geknickt sein würde; selbst wenn sie nicht pushte.
Trotzdem war die Entscheidung nicht leichtfertig und erst recht nicht blind getroffen worden. Er vertraute ihr, dass sie ihn hier nicht in einen Zustand versetzen würde, den er nicht händeln könnte. Dazu kam, dass er Verletzlichkeit in der Öffentlichkeit zwar eigentlich mied, zugleich aber die Wahrscheinlichkeit, dass in einer solchen Menschenmasse irgendwelchen privaten Fehden ausgetragen werden würden, doch eher gering war. Gewissermaßen schützte der Trubel sie also. Und die Gefühle, die ihm sodann von Abuela – über Maia – vermittelt wurden, schränkten ihn auch nicht direkt ein, sondern öffneten lediglich ein wenig seine… Perspektive.

Es fiel ihm in diesem Moment leichter auch andere Sichtweisen zu erkennen, selbst wenn es ihm nach wie vor schwer fiel gegen seine eigenen, inneren Blockaden zu arbeiten. Aber so konnte er zumindest die ein oder andere kleine Geschichte über jene teilen, von denen er keine Fotos besaß, die er aber dennoch nie vergessen würde. Und ausnahmsweise tat über sie zu sprechen, an sie zu denken, nicht nur weh.
Was den Queen dann noch ein anderes Thema, wenn auch irgendwie damit verknüpft, aufbringen ließ. Ein kleines Lächeln stahl sich auf seine Lippen, als Maia mal wieder nachfragte, ob er sich sicher war. „I got nothing to hide.“ Ein bisschen grotesk aus dem Mund von Arrow, aber was seine Gefühle betraf wollte er zumindest der Mutantin nie etwas vorspielen. Was ihn irgendwie auch wieder an Adam denken ließ, für den Geheimnisse wohl auch in der Beziehung auf der Tagesordnung gestanden hatten… Aber das hatte für Oliver nie funktioniert. Er wusste, dass wenn er wollte, dass das mit Maia und ihm ‚echt' war, er zumindest dieser einen Person gegenüber ehrlich sein musste. Und gerade all die positiven Gefühle für sie waren eigentlich wirklich nichts, was er verbergen sollen müsste.

In den Kuss gezogen erinnerte es ihn ein wenig an das erste Mal, als er die Mutantin aufgefordert hatte ihre Kräfte an ihm zu nutzen. Ebenfalls auf einem Friedhof, wenn auch unterirdisch. Und da hatte sie nach all dem Negativen greifen und es verstärken sollen. Jetzt dagegen bat er sie das Positive zu suchen.
Die Arme um sie geschlungen, schloss der Queen sogar für einen kurzen Moment die Augen. Heute bot die Friedhofsumgebung eine ganz andere Stimmung…
Der Ausdruck auf ihren Lippen, als sie sich wieder von ihm löste, erleichterte ihn ein wenig. Weil es andeutete, dass sie fündig geworden war. Dass er sich das nicht eingebildet hatte… Und wenn sie ab jetzt wusste, wonach sie greifen musste, dann… könnte das je nachdem auch mal für einen Notfallplan gar nicht so unnütz sein… Was er in dem Moment jedoch nicht aussprach, weil er an so etwas nicht denken wollte.

Oliver erwiderte das Lächeln leicht, ging jedoch nicht direkt darauf ein, dass er es ‚schon in sich gehabt hatte‘. Vielleicht war er doch kein lost cause auf diesem Gebiet. Auch wenn er sich niemals wie die Feiernden hier sehen würde. Selbst in ein paar Jahren vermutlich (noch) nicht…
Seine Mimik wurde jedoch direkt wieder etwas misstrauisch-fragender, ehe er nicht anders konnte, als leise aufzulachen. „I know how those training sessions are gonna end.“ Wenn er schon schlecht darin war seine Wut im Zaum zu halten…, da war er noch deutlich schlechter darin positive Gefühle zu untergraben. Aber vielleicht war die Idee trotzdem nicht übel. Irgendwann sollte er sich von Maia nicht mehr ablenken lassen… Obwohl, wollte er das überhaupt? Tricky. Aber im Gegensatz zu bei ihr mussten seine ‚Fähigkeiten‘ nicht gänzlich abgeschaltet werden, wenn es ihm gut ging. Eine gewisse Grundwachsamkeit dürfte er also per se gerne behalten. Zumindest, wenn sie nicht wirklich komplett alleine an einem sicheren Ort waren…

So wie jetzt gerade. Oliver hatte nach den richtigen Worten suchen wollen, weil er es nicht einfach abtun wollte, wieso er nicht ‚afraid‘ war, wenn es um Maia(s Kräfte) ging, als sich etwas in ihrer bis eben gelösten Mimik änderte und der Vigilante sofort wieder ‚da‘ war. Vielleicht ein wenig zusätzlich gepusht. Denn letztendlich verstärkte ihre Aura nun mal das, was in einem vorherrschte und das war und blieb eben… anderer Natur.
Oliver drehte sich direkt, wenn auch nicht übertrieben hastig, in die Richtung von Maias Aufmerksamkeit. Da kam auch schon eine kleine Traube an Menschen auf sie zu. Mh. Maias Hand wieder in seiner, blieb er äußerlich ruhig, wenn er sich innerlich auch schon wieder auf so einiges vorbereitete. Aber es war doch nur… Abuela. Mit Freunden?
Oliver does just fine…“, warf er ein, als die Alte ihn nun förmlich mit Nachnamen ansprach. Irgendwie mochte das nicht so richtig passen, nachdem sie gewissermaßen einen doch ziemlich intensiven Moment am Grab ihres verstorbenen Gatten geteilt hatten. Eigentlich war es auch recht angenehm gewesen, dass sie ihm vorbehaltlos, ohne Infos über seine Identität, hatte begegnen können… Das war jetzt aber wohl vorbei. Und irgendwie erwartete er fast instinktiv eine eher negative Rede. Vielleicht darüber, dass Playboy Queen nicht zu ‚candela‘ passte oder so…

Kurz huschte sein Blick zu Jonah. Verwandter von ihr? Oder nur einer von vielen, die sie hier Abuela nannten?
Was dann kam, war jedoch etwas ganz anderes. Was ihn instant merken ließ, wie er doch immer erstmal vom Schlechtesten ausging… Stattdessen kamen ihnen diese Menschen hier geradezu vertrauensvoll entgegen, offenbarend, dass sie vielleicht mehr waren als es schien? Er ertappte sich dabei nach den verräterischen Tattoos Ausschau zu halten. Aber die meisten hatten doch etwas Langärmliges an. Und bei den farbenfrohen Kostümen und Masken war es auch so schwer auf den ersten Blick irgendetwas zu entdecken, was rein äußerlich auf Mutationen oder so hindeutete.
Die Aussagen waren dennoch irgendwie… verwirrend. Zum einen überforderte ihn das herzliche Angebot von Fremden, zum anderen… wieso sollte Maia sie finden? Sie wussten ja nicht mal die Identitäten dieser Menschen. Aber auf seinen leicht fragenden Blick in ihre Richtung bekam er keine aussagekräftige Antwort. Vermutlich verstand die Rothaarige genauso wenig…

Es war dann nicht Abuela, die antwortete, sondern Jonah. „We try to stay free from prejudices. Because we know how it is to be judged… But if you wanna find out more about something that’s called the secret war of New Orleans… you should visit the statue of Jean Baptiste Le Moyne de Bienville… and the the Old Ursuline Convent. It‘s nothing official. Most people would call it… an urban legend.“ Man sah ihm an, dass er nicht unbedingt mehr darüber sagen wollte, als sie in eine – oder zwei? – Richtungen zu schubsen.
Auch wenn Oliver gerne mehr gepusht hätte, kehrte er erstmal zu dem zurück, warum die kleine Gruppe sich überhaupt um sie gesammelt hatte. „We’d be grateful if you spread the word about our project. And if one of you should ever need help, we don’t limit our work on Star City. It would be good to have contacts in other communities.“ Womit er indirekt ein wenig anfragte, ob sie mehr über diese Menschen hier herausbekommen konnten. Je nachdem, um einfach nochmal besser selbst über sie recherchieren zu können. Denn sich einfach nur auf nette Worte und Hilfsangebote zu verlassen, das lag ihnen beiden nun mal nicht…
Zugleich kreisten seine Gedanken jedoch um diesen ‚secret war‘. Darüber würde er sich mit Maia unter vier Augen austauschen müssen… Waren das wirklich nur Hirngespinste von abergläubischen Leuten? Was gerade zu so einem Tag wie heute passen würde… Oder steckte mehr dahinter? Immerhin würden die meisten vermutlich auch einen Voodoo-Clan nur als Legende abtun…
Und dann war da immer noch die Frage offen, wie Maia Mitglieder dieser Gruppe hier finden können sollte… Vermutlich handelte es sich um die unterschiedlichsten Persönlichkeiten, die nur durch Vorurteile ihrer Art wegen zusammengefunden hatten.
Zitat hinzufügen Zu PDF Zitieren